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318 - S-Bahn 1

318 - S-Bahn 1

  • Bestellnummer: 318
  • Autor: Röbi Eberhard
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 2
  • Sprache: d
  • Massstab: ca. 1:100

S-Bahn 1

Die S-Bahn ist neben der Bahn 2000 ein weiterer Schritt, den öffentlichen Verkehr attraktiver zu gestalten. Das 380 km lange S-Bahn-Netz befindet sich hauptsächlich im Kanton Zürich. Die S-Bahn verkehrt auf den Hauptverkehrsachsen im Halbstundentakt, wobei in den Stosszeiten zudem Zusatzzüge eingesetzt werden. Mit der S-Bahn werden die bisherigen Reisezeiten wesentlich kürzer und bieten somit eine gute Alternative zum Privatverkehr. Unser Modell ist die verkleinerte Nachbildung des vierteiligen Doppelstock-Pendelzugs, der dem Fahrgast bedeutend mehr Fahrkomfort bietet als die alten Züge. Die zweistöckigen Züge sind viel kürzer als die einstöckigen und weisen trotzdem doppelt so viele Sitzplätze auf.

Eine Lokomotive, zwei Mittelwagen und ein Steuerwagen bilden eine Zugskomposition. Sie haben zusammen eine Länge von knapp 100 m. Die Zugskomposition verfügt an beiden Enden über eine automatische Kupplung, so dass die Möglichkeit besteht, rasch und einfach eine zweite oder dritte Zugskomposition zu einem bis 300 m langen S-Bahn-Zug zusammenkoppeln.

Sowohl auf den Stirnfronten als auch auf den Seitenwänden des Zuges kann der Fahrgast an den beleuchteten Transparenten ablesen, wohin die Bahnlinie führt. Der Innenraum vermittelt dem Passagier eine angenehme Atmosphäre, wobei die gute Isolation der Wagen und die luftgefederten Drehgestelle für einen ausgezeichneten Laufkomfort sorgen. Die Wagen sind klimatisiert, um dem Fahrgast ein möglichst angenehmes Reiseklima zu verschaffen. Die bis zu 130 km/h schnellen Züge verfügen über 387 Sitzplätze (plus 11 Klappsitze), wobei der Anteil der Nichtraucher bei 71 % und der der Raucher bei 29 % liegt.

Technische Daten:

Steuerwagen:

Länge über Puffer

26,8 m

Gewicht leer

46,5 t

Mittelwagen:

Länge über Puffer

26,8 m

Gewicht leer

45,0 t

Lokomotive Re 4/4 V:

Länge über Puffer

18,4 m

Gewicht

73,0 t

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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