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410 - Ritterhaus Bubikon

410 - Ritterhaus Bubikon

  • Bestellnummer: 410
  • Autor: Heinrich Pfenninger
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Massstab:

Im schönen Zürcher Oberland steht unweit des stattlichen Dorfes Bubikon das sogenannte «Ritterhaus». Wenn du das obige Bild mit diesem Namen vergleichst, wird dir bestimmt auffallen, dass man damit nicht ein einzelnes Gebäude, sondern gleiche eine ganze Gebäudegruppe meint. Diese hat ein respektables Alter.

Ums Jahr 1192 (ungefähr 100 Jahre vor der Gründung der Eidgenossenschaft!) liess der Freiherr Diethelm von Toggenburg zu Bubikon (damals Bubinchon) ein Johanniter-Haus bauen. Johanniter (nach Johannes dem Täufer so benannt) hatten zur Zeit der Kreuzzüge im Morgenland einen geistlichen Ritterorden gegründet. Sie gelobten, das Heilige Land vor den Heiden zu schützen, Pilgern den Weg zum Grabe Christi zu sichern und überdies Kranke zu pflegen, wo es auch sei. Der adelige Gründer von Bubikon mag selber eben erst von einer Wallfahrt aus dem Heiligen Land zurückgekommen sein, als er daran ging, im Oberland eine Johanniter-Niederlassung zu stiften. Weil der Leiter einer solchen Komtur hiess, sprach man fortan von einer Komturei Bubikon. Hier wohnten beisammen: wirkliche Ritter von adeliger Geburt (zum Waffendienst ausgebildet), daneben aber auch Priester und dienende (helfende) Brüder. Die Johanniter trugen schwarze Mäntel, die ein achtspitziges weisses Kreuz (das sogenannte Malteserkreuz) zierte. Zu Kriegszeiten aber trugen die Ritter rote Waffenröcke.

Das Ritterhaus Bubikon bestand anfänglich bestimmt nur aus einem einzigen, schlichten Gebäude. Nach und nach erweiterte es sich unter Führung weiser Komture und mit Hilfe fürstlicher Gönner zu jener beachtenswerten Gebäudegruppe, die wir heute vor uns haben. In seiner Blütezeit mag das Ritterhaus einem Dutzend Ritter, einigen Priestern und einer Schar von dienenden Brüdern als Behausung gedient haben. Zusätzlich müssen wir uns jene vielen Wallfahrer denken, die hier für eine Nacht jeweils Durchreiseherberge oder, falls sie krank waren, bis zur Genesung Pflegeaufenthalt fanden.

Vor einigen Jahrhunderten bestanden in unserem Lande eine ganze Anzahl derartiger Johanniter-Kommenden; so in Basel, in Münchenbuchsee, in Rheinfelden, in Freiburg, in Klingnau u.a. Bubikon aber ist die einzige, die sich als Anlage bis auf unsere Tage erhalten hat. Zwar musste sie im Mittelalter (z. B. während des Alten Zürichkrieges) mehrmals Plünderungen und Brandschatzungen erleiden. Aber stets fanden sich danach wieder Freunde, die das Ritterhaus aufrichten halfen.

Als 1528 der Rat von Zürich aber beschloss, in seinem Gebiet werde der neue Glauben eingeführt, leerten sich die Räume des Bubikoner Ritterhauses. Die grosse Liegenschaft kam in private Hände und wurde zum Gutshof. Schliesslich hat man Teile des Johanniter-Baues gar zu Miethäusern umgewandelt. Man kann sich denken, dass dabei die Anlage Schaden nahm und immer mehr zerfiel.

1936 wurde zum Schicksalsjahr des Ritterhauses. In Bubikon wurde damals von einsichtigen Heimatfreunden eine Ritterhaus-Gesellschaft gegründet. Diese versprach, die schöne Baugruppe der ehemaligen Johanniter-Komturei vor dem Untergang zu retten. Rührig nahm sie die grosse Aufgabe zur Hand. Mit Hilfe von Gemeinde, Kanton, Eidgenossenschaft und vielen weitern Gönnern begann ein erfreuliches Instandstellen. Bereits sind die wichtigsten Teile in beispielhafter Weise renoviert. Ganz zu Ende gebracht ist die Erneuerungsarbeit heute freilich noch nicht.

Im Innern des renovierten Ritterhauses Bubikon ist ein Museum eingerichtet worden. Es soll - und das ist bestimmt sinnreich - über die Tätigkeit der einstigen Bewohner, der Johanniter, Auskunft geben.

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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