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415 - Schloss Chillon

415 - Schloss Chillon

  • Bestellnummer: 415
  • Autor: Heinrich Pfenninger
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d, f
  • Massstab: 1:200

Dicht vor dem Ufer des Genfersees erhebt sich auf einer Felsenklippe diese grosse Burganlage. Spuren haben bewiesen, dass diese Insel schon den alten Römern bekannt gewesen sein muss. Sie benützten sie wohl als geschützten Stützpunkt am Wege zu ihrer südlichen Heimat. Unser Schloss selber ist allerdings jüngeren Datums. Erbaut wurde es von den Grafen von Savoyen, die ihr Stammland auf der gegenüberliegenden, heute französischen Seeseite liegen hatten. Sie haben unsern Felssporn mit den damals noch dürftigen Wehrbauten ums Jahr 1150 in Besitz genommen. Unter ihrer Herrschaft verblieb Chillon dann bis 1536. Als Bauherr der heutigen umfangreichen Burganlage gilt Peter II. von Savoyen. Er muss von gewiegten Fachleuten beraten worden sein, die gewusst haben, wie man sich am besten verteidigt.

Unser Plan lässt dies erkennen. In der Mitte der Burg ragt sozusagen frei gestellt der höchste Turm, der Bergfried empor. Seeseitig reihen sich die Wohngebäude. Sie sind Angriffen vom Land her möglichst ferngerückt. Dafür hat man diese bedrohtere Landseite mit einem doppelten Mauergürtel versehen und diesen durch mehrere Wehrtürme zudem verstärkt. So bilden nun Gebäude und Mauern einen geschlossenen Ring, in den sich nur schwer eindringen liess. Der Innenhof ist zudem durch zwei Querriegel unterteilt worden, so dass notfalls nur Stück um Stück der Burg hätte preisgegeben werden müssen. Lange galt denn auch Chillon für uneinnehmbar.

Und doch geschah eines Tages das Unerwartete. Bonivard, ein Genfer Prior und Freiheitskämpfer, war 1529 vom damaligen Savoyer-Herzog gefangen genommen und in Chillon eingekerkert worden. Hier schmachtete er, zeitweise angekettet, während 7 Jahren in einem kahlen Verliess. 1536 indes wurde der Gefangene durch die Eidgenossen befreit. Damit endigte aber auch die Savoyer-Herrschaft über Chillon. Fortan diente der bisherige Fürstensitz bernischen Landvögten bis zum Jahre 1733. Nach 1798 wurde Chillon waadtländisches Staatseigentum.

Einsichtigen Freunden der alten Feste ist es zu verdanken, dass die stattliche Burg bis heute vorzüglich erhalten geblieben ist. Noch mehr. Sie beherbergt jetzt ein wirklich sehenswertes geschichtliches Museum. Kein Wunder, dass Gäste von nah und fern herbeireisen, um hier gleichsam einen Blick ins vielgenannte Mittelalter zu tun. Auch Dichter und Denker sind schon unter den Gästen gewesen; mehr als einer hat seine Eindrücke von Chillon in Gedichten oder Erzählungen niedergelegt.

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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