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M4142 - Hochhaus - Rascacielos Sky Scraper - Construction moderne très élevée

M4142 - Hochhaus - Rascacielos Sky Scraper - Construction moderne très élevée

  • Bestellnummer: M042
  • Autor: Jos. Scholz
  • Schwierigkeitsgrad:  1
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Anzahl Bogen: 1
  • Größe:  33.8 x 43.0 cm 
  • Sprache: d
  • Massstab:
 
Hochhaus - Rascacielos Sky Scraper - Construction moderne très élevée
 
Bernhadrd Wolf
Fünffarben-Offsetlithographie
4 Bogen 33 x 43 cm
Jos. Scholz, Mainz 1932
Aus der Sammlung WDN

Gegründet wurde die Großhandelsfirma für Papier- und Schreibwarenerlag 1796 in Wiesbaden von Joseph Carl Scholz (1768-1813). Weitergeführt und 1820 um eine Steindruckerei erweitert durch seine Witwe Adelburg und den Sohn Carl (1797-1832), später zusammen mit einem weiteren Sohn Christian (1806-1880). 1829 wurde das Geschäft aufgeteilt. Ein dritter Bruder Anton blieb in Wiesbaden (bis 1832) und die beiden älteren ließen sich mit der Mutter in Mainz nieder. Von 1832-1880 leitete Christian Scholz die Firma allein und baute sie aus zum Verlag und zur Lithographischen Anstalt mit bis zu 350 Koloristen. Hergestellt und vertrieben wurden Bilder- und Aktualitätenbogen, später Spiele, Krippen, Ankleidepuppen, Kindertheater- und Modellbaubogen. Der Sohn von Christian, Karl (1846-1921) übernahm ab 1890 die Leitung. Seine Söhne Christian Karl (1874-1931) und Rudolf (1880-1948) traten beide 1896 in die Firma ein; 1905 wurden sie Teilhaber. Nach dem Tod von Christian Karl führte dessen Sohn Dr. Karl Christian die Arbeit bis 1935 weiter. Seine Witwe Edith übernahm 1945 das Geschäft, welches 1968 sein 175jähriges Bestehen feiern konnte. Nach 1968 ging der Verlag an Braun & Schneider in München und wurde 1972 vom Pestalozzi-Verlag (H. Kaiser) in Erlangen übernommen.

Erste Modellbaubogen erschienen wohl ab 1880. Die Bogenzählung wurde für die kleinen Bogen, Einfachbogen und die Mehrfachbogen jeweils mit l begonnen. Daher weisen verschiedene Modelle die gleiche Nummer auf. Ab 1927 wurde ein neues System eingeführt: Die Serien erhielten drei- oder vierstellige Nummern. In der Qualität der zeichnerischen Gestaltung stehen die frühen Modelle von Jos. Scholz etwas hinter denjenigen von J. F. Schreiber zurück. Später sind sie einander ebenbürtig. Die ab 1953 publizierten Modelle hatten in der graphischen Gestaltung den damaligen Zeitgeschmack zwar ideal getroffen, was sie aber auch schnelllebig machte.

Der Verlag nannte kein konkretes Vorbild für den vorliegenden Modellbaubogen. Es sei der Typ des amerikanischen Wolkenkratzers, der sich über 27 Stockwerke hoch" erhebe. Trotzdem lässt sich eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem 1930 fertig gestellten Daily News Building" (Second Avenue/E 42nd Street) in New York feststellen. Dessen Architekt war Raymond Mathewson Wood (1881-1934). Die Fassaden sind mit weißlich glasierten Ziegelsteinen überzogen, die Brüstungen mit helleren und dunkleren Ziegelsteinen verkleidet. Hood lieferte in den 1920er Jahren die Pläne für mehrere Wolkenkratzer in New York. Zuletzt war er, zusammen mit anderen Architekten am Bau des Rockefeller Center" beteiligt.

Dieter Nievergelt


Reprint herausgegeben vom Arbeitskreis Geschichte des Kartonmodellbaus (AGK)
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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