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03182 - Ballenberg - Bauernhaus von Ostermundigen, Speicher von Ostermundingen, Stöckli

03182 - Ballenberg - Bauernhaus von Ostermundigen, Speicher von Ostermundingen, Stöckli

  • Bestellnummer: 03182 
  • Autor: Alexandre Gisiger 
  • Sprache: d/F
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
  • Anzahl Bogen:   3 A4
  • Anzahl teile:         51
  • Massstab:      
  • Grösse:   9.0 x 19.0 x 8.0 cm
 
Ballenberg
 
Bauernhaus von Ostermundigen, Speicher von Ostermundingen, Stöckli
 

Jeder Bauernbetrieb braucht eine be­stimmte Anzahl von Gebäuden, welche je nach Art des Betriebes oder der Re­gion, in welcher der Bauer lebt, verschie­den sind. Diese Zusammenhänge kom­men bei den überlieferten Bauernhöfen ebenfalls deutlich zum Ausdruck. So brauchte ein Bauer, der vorwiegend Ackerbau trieb, andere Gebäude und Einrichtungen, als etwa ein Bauer der Viehzucht, Milchwirtschaft oder gar Reb­bau betrieb. Die auf eine bestimmte Auf­gabe ausgerichteten Gebäude, wie z.B. Ställe, Stadel, Speicher, Backhaus u.dgl., nennt man Einzweckbauten; wenn sie aber unter einem Dach verschiedene Funktionen erfüllen, z.B. ein «Bauernhaus», mit Wohnung und Scheune, heis-sen sie Vielzweckbauten.

 

Diese Gebäude werden in den verschiedenen Regionen unseres Landes unterschiedlich gruppiert, dann spricht man von einem Hof oder Gehöft. Ausser den Gebäuden gehört zu einem Hof aber auch noch die umgebende Flur, Gärten, Acker, Wiesen, Weiden, Wald. Das ist der Hof im weiteren Sinn.

Im Freilichtmuseum ist es nur in seltenen Fällen möglich, einen vollständigen Hof mit allen Gebäuden zu überneh­men. Meistens sind bereits einzelne Bauten verschwun­den, weil sie nicht mehr gebraucht wurden. Deshalb wer­den im Museum Gebäude zu einem Hof zusammenge­stellt, die zwar aus verschiedenen Orten, jedoch aus der­selben Region stammen und mit derselben Wirtschafts­form zusammenhängen.

Der Hof aus dem Berner Mittelland setzt sich aus folgen­den Gebäuden zusammen:

-     Haus von Ostermundigen BE

-     Speicher von Ostermundigen BE

-     Stöckli von Detligen BE

Die Höfe im Berner Mittelland nennt man «Gruppen­höfe», weil bei ihnen ein grosses Haupthaus, das Wohn-und Wirtschaftsteil vereinigt mit weiteren Einzweckbau­ten, wie Speicher und Stöckli vereinigt sind. Das Berner Mittelland ist ein Gebiet des vorwiegenden Ackerbaus,

daher benötigte man im Haupthaus Platz für die Getrei­degarben, die man im Sommer einlagerte, ferner einen Dreschraum (Tenne), um im Laufe des Winters das Ge­treide zu dreschen, und Kornkästen im Speicher, um die gewonnene Frucht zu lagern.

Man muss auch wissen, dass viele Familien während Jahr­hunderten auf demselben Hof wohnten. Das war möglich, weil beim Erbgang (Tod oder Übergabe) der jüngste Sohn den Hof erbte. Damit wurde den Höfen die Bestän­digkeit gesichert und ein bedeutungsvoller Familienstolz gewahrt. Die ledigen Brüder und Schwestern halfen dem Hofbesitzer unter Verzicht auf viele persönliche Wünsche, um die Einheit und Lebensfähigkeit der Höfe zu gewähr­leisten. Wenn sie sich selbständig machen wollten, muss-ten sie gegen eine geringe Abfindung die Höfe verlassen, einen Hof zu kaufen suchen oder anderswo Arbeit finden.

Wenn der alte Bauer den Hof seinem Sohn übergab, zog er sich mit seiner Frau ins «Stöckli» (Alterswohnung) zu­rück. Das ist ein manchmal kleines, aber sehr reizvolles Wohnhaus, meist ohne einen zugehörigen Wirtschaftsteil. Bei dieser Übergabe wurde auch vertraglich vereinbart, was der abtretende Bauer beanspruchen konnte. So wis­sen wir vom Bauern, der sich 1823 ins Stöckli von Detli­gen zurückzog, dass er ausser Wohnung im Stöckli, Hei­zung und Kleidung von seinem Sohn jährlich verlangen konnte: «Ein fettes Schwein, nicht minder als 200 Pfund schwer, 4 Mütt sauber gereinigtes Korn, 6 Mäss Roggen, täglich eine halbe Mass Milch von der Kuh weg, 20 Pfund Anken, 50 Eier, 10 Mäss gute Äpfel, Birnen, Pflaumen, Zwetschgen, Kirschen, Kraut, Erdäpfel, Bohnen, Rübli, was er zu seinem Gebrauch nötig hat». Der Bauer und seine Frau führten im Stöckli einen eigenen Haushalt, während der Sohn mit seiner Frau und den Kindern im Haupthaus wohnten. Wenn es nötig war, konnte man sich gegenseitig aushelfen, befand sich das Stöckli doch stets nicht allzu weit vom Haupthaus entfernt.

Das Haus von Ostermundigen bildet demnach das wich­tigste Gebäude. Es vereinigt einen grossen Wohnteil mit dem Wirtschaftsteil (Pferdestall, Tenn, Futtergang, Gross­viehstall), es ist also ein Vielzweckbau. Der im Museum stehende Bau wurde 1797 anstelle eines wenige Monate vorher abgebrannten Hauses errichtet. Damals war der Erbauer, Bendicht Gosteli, ein einflussreicher und begü­terter Mann, besass er doch 120 Jucharten (l Juchart = 36 Aren) Land. Deshalb liess er sich ein repräsentatives Haus erbauen: Gross und breit, teilweise gemauert, mit einer Gübellaube und einer prächtigen Ründi geschmückt, verziert mit Malereien (Blumen, Vögel) auf der Laube, einen marmorisierten Laubenpfosten, grossen, auf die Scheunenwand gemalten Fenstern (Illusionsmalerei) und dem prächtigen Familienwappen, das ganze Holzwerk mit grauer Farbe bestrichen, um von weitem einen Stein­bau vorzutäuschen. Von der Rückseite führt eine ge­schwungene Einfahrt über eine Rampe zur grossen Scheune, in der die Vorräte an Heu und Getreide sowie Fuhrwerke und dergleichen untergebracht waren. Vor dem Haupthaus befindet sich der von einem Zaun umge­bene Gemüse-, Kraut- und Blumengarten. Er ist der Stolz der Bäuerin, und sie pflegt ihn daher so, dass jeder Vorübergehende mit Ehrerbietung an die Pflegerin des Gartens denkt.

Zum Haupthaus gehört selbstverständlich ein Speicher. In diesem Fall konnte das Museum sowohl das Haupt­haus, wie den Speicher übernehmen. Beide Gebäude wurden so wiederaufgebaut, wie sie in Ostermundigen standen. Der Speicher steht so, dass er von der Stube des Haupthauses aus leicht überwacht werden kann. Er ent­hält ja in den verschiedenen Geschossen die Schätze des Bauern, im Keller Most, Gemüse, Kartoffeln, ferner in den Kornkästen verschiedene gesondert aufbewahrte Getreidesorten, ferner Kleider, Trachten, Wäsche, auch Wertpapiere oder Schuldscheine, Dörrfrüchte, Rauch­fleisch und vieles andere.

Der Speicher ist vollständig in Holz erbaut und stammt aus dem 18. Jahrhundert. Wir wissen, dass der Hof um 1810 sogar zwei Speicher aufwies, von denen der eine mit Stroh bedeckt war. Bei der Übernahme ins Museum war allerdings nur noch ein Speicher vorhanden. Das Ge­bäude ist als Bohlenständerbau konstruiert und besitzt im Obergeschoss eine umlaufende Laube, auf der man allerhand landwirtschaftliche Produkte trocknen und auf­bewahren konnte.

Das Stöckli von Detligen stammt ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert. Es ist unterkellert und besass im gemauer­ten Erdgeschoss eine kleine Küche und ein Stübchen. Im Freilichtmuseum wurde im Küchenraum ein Backofen eingebaut, hier wird nach alter Art knusperiges Brot ge-backen. In der Stube steht ein Webstuhl, auf welchem fleis-sige Weberinnen mit geschickter Hand Leinentücher we­ben. Das Obergeschoss ist in einer einfachen Fachwerk­konstruktion errichtet und besitzt auf drei Seiten eine Laube. Die gegen die Sonne gerichtete Giebelseite wird bereichert durch eine schön geschwungene Ründi.

 

 

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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