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03176 - Château de Stockalper

03176 - Château de Stockalper

  • Bestellnummer: 03176 
  • Autor: Alexandre Gisiger 
  • Sprache: d/F 
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
  • Anzahl Bogen:   3.5 A4
  • Anzahl teile:         50
 
 
Château de Stockalper - Schloss
 

Einzig die Nähe des Simplons erklärt noch nicht, dass der grösste private Palast der Schweiz der Tiefebene eines Alpentales entstammt. Tat­sächlich verdankt Brig «die Reiche » ihren Spitznamen vor allem dem erstaunlichen Un­ternehmergeist, dem Scharf­sinn und genialen Händler­talent eines grossen Walliser: Kaspar - Jodok Stockalper vom Thurm (1609-1691).

Der zur Zeit der Römer und im 13. Jahrhundert wichtige Übergang des Simplons hatte nur noch lokale Bedeutung. Kaspar Stockalper hatte die entscheidende Rolle des Passes für die ausländischen Herrscher und die Vorteile, die man daraus ziehen konnte, erkannt und verbesserte die Strasse, wobei er den Unter­halt der Korporation der Bal­lenführer anvertraute.

Er organisierte einen bemerkenswerten regulären Dienst für Post- und Warenbeförderung zwischen Frankreich, Genf und Italien. Um die Transportkosten zu senken, liess er in Vouvry den Collombey-Kanal ausgraben und ersetzte den Karrenweg durch einen Wasserweg, der übrigens seinen Namen trägt.

Sein Tätigkeitsbereich umfasste das ganze Land: Relaissta­tionen und Unterkünfte von Bouveret bis Domodossola, Erstellen von Warenlagern und Organisation von Transpor­ten, Ausbeutung von Gold-, Blei-, Kupfer- und vor allem Eisengruben, deren Mineralien seine Hochöfen und Schmiede­werkstätten versorgten. Seine Viehweiden, Felder und Reben beschäftigten bis 6000 Arbeiter (Brig zählte zu jener Zeit bloss 900 Einwohner).

Vor allem aber war es das Salzmonopol, die bedeutendste Quelle seines Vermögens, die Neid und Missgunst hervorruf und zu seinem Sturze führte.Das Salz beeinflusste die Politik des Landes in dem Masse, wie etwa heute das Petrol die internationalen Beziehungen prägt. Die Salzzufuhren waren durch Handelsverträge gere­gelt und kamen über den Langensee und den Simplon aus dem Herzogtum Mailand, aus Frankreich über das Herzog­tum Savoyen und sogar aus Spanien. Die Salzlager wurden ausschliesslich bessern Familien anvertraut.

Als eifriger Bauherr bestätigte Kaspar Stockalper seinen Aufstieg durch die Errichtung eines Palastes entlang des alten Simplonpfades. Eine zweistöckige Brücke verbindet ihn mit dem alten Gebäude aus dem 16. Jahrhundert. Die granitenen Türme erinnern an die Drei Heiligen Könige. Der höchste (38 m) ist Kaspar geweiht. Der für prächtige Feste konzipierte Ehrenhof diente vor allem kurzfristiger Lagerung vorüberziehender Warentransporte.

Einzig die Nähe des Simplons erklärt noch nicht, dass der grösste private Palast der Schweiz der Tiefebene eines Alpentales entstammt. Tat­sächlich verdankt Brig «die Reiche » ihren Spitznamen vor allem dem erstaunlichen Un­ternehmergeist, dem Scharf­sinn und genialen Händler­talent eines grossen Walliser: Kaspar - Jodok Stockalper vom Thurm (1609-1691).

Der zur Zeit der Römer und im 13. Jahrhundert wichtige Übergang des Simplons hatte nur noch lokale Bedeutung. Kaspar Stockalper hatte die entscheidende Rolle des Passes für die ausländischen Herrscher und die Vorteile, die man daraus ziehen konnte, erkannt und verbesserte die Strasse, wobei er den Unter­halt der Korporation der Bal­lenführer anvertraute.

Er organisierte einen bemerkenswerten regulären Dienst für Post- und Warenbeförderung zwischen Frankreich, Genf und Italien. Um die Transportkosten zu senken, liess er in Vouvry den Collombey-Kanal ausgraben und ersetzte den Karrenweg durch einen Wasserweg, der übrigens seinen Namen trägt.

Sein Tätigkeitsbereich umfasste das ganze Land: Relaissta­tionen und Unterkünfte von Bouveret bis Domodossola, Erstellen von Warenlagern und Organisation von Transpor­ten, Ausbeutung von Gold-, Blei-, Kupfer- und vor allem Eisengruben, deren Mineralien seine Hochöfen und Schmiede­werkstätten versorgten. Seine Viehweiden, Felder und Reben beschäftigten bis 6000 Arbeiter (Brig zählte zu jener Zeit bloss 900 Einwohner).

Vor allem aber war es das Salzmonopol, die bedeutendste Quelle seines Vermögens, die Neid und Missgunst hervorruf und zu seinem Sturze führte.

Das Salz beeinflusste die Politik des Landes in dem Masse, wie etwa heute das Petrol die internationalen Beziehungen prägt. Die Salzzufuhren waren durch Handelsverträge gere­gelt und kamen über den Langensee und den Simplon aus dem Herzogtum Mailand, aus Frankreich über das Herzog­tum Savoyen und sogar aus Spanien. Die Salzlager wurden ausschliesslich bessern Familien anvertraut.

Als eifriger Bauherr bestätigte Kaspar Stockalper seinen Aufstieg durch die Errichtung eines Palastes entlang des alten Simplonpfades. Eine zweistöckige Brücke verbindet ihn mit dem alten Gebäude aus dem 16. Jahrhundert. Die granitenen Türme erinnern an die Drei Heiligen Könige. Der höchste (38 m) ist Kaspar geweiht. Der für prächtige Feste konzipierte Ehrenhof diente vor allem kurzfristiger Lagerung vorüberziehender Warentransporte.

 

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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