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03175 - Château de Sonnenberg

03175 - Château de Sonnenberg

  • Bestellnummer: 03175
  • Autor: Alexandre Gisiger 
  • Sprache: d/F 
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
  • Anzahl Bogen:   3.5 A4
  • Anzahl teile:         49
 
Château de Sonnenberg 
 

Zur Grafschaft Thurgau, die bedeutend umfangreicher war als der heutige Kanton, zählten zahlreiche Klöster. Deren zwei spielten in der Geschichte des Schlosses Sonnenberg eine wichtige Rolle, und zwar das Kloster Reichenau und dasjenige von St. Gallen.

Das auf der Insel des Untersees gelegene Kloster Reichenau besass im Thurgau bedeutende Besitzungen und Lehns-rechte. Die Lehnsherren von Sonnenberg waren seine Vasallen.

Diese Familie von Sonnenberg wird zum erstenmal im 13. Jahrhundert gennant. Archiven ist zu entnehmen, dass Rudolph von Sonnenberg, eine angesehene Persönlichkeit, in manchen Angelegenheiten als Richter, Zeuge oder Bürge waltete.

Vom 14. Jahrhundert an bis 1678 wies das Schloss nicht weniger als acht Besitzerwechsel auf. Der streitsüchtige Charakter gewisser Lehnsherren sowie die Nähe der kriegslustigen Schweizer trug viel dazu bei, dass das Schloss zahlreiche schwere Angriffe erlitt.

Der Abt von St. Gallen, durch allerlei Umstände in Geldnöte geraten, bürdete den Appenzellern hohe Steuern auf. Mit endlosen Protesten und stets auf der Suche nach Verbündeten versuchten seine Untertanen, dem Oberlehnsherrn zu trotzen. Im Jahre 1403 nahmen die Lehnsherren unter ändern Rudolf III. und Beringer VI. von Sonnenberg, die dem Geschlecht der Hohen-landenberg entstammten, an einem vom Abt geführten bewaffneten Überfall teil, um die « separatistische » und von Schwyzer Truppen unterstützte Bergbevölkerung zu unterwerfen. Durch ihren unerwarteten Erfolg angespornt, plünderten die Appenzeller das Land und steckten 1407, nach zahlreichen Kämpfen, verschiedene Schlösser in Brand, darunter Sonnenberg und Kyburg.

Die heutige Gestalt des Schlosses Sonnenberg verdanken wir einem Mitglied des Hauses Zollikofer. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts bauten drei Brüder dieser aus Konstanz gebürtigen Familie das Schloss Altenklingen wieder auf. Jos, der vierte der Brüder, erwarb die 1580 Lehnsherrschaft von Sonnenberg mitsamt den umgebenden Gebieten, Wäldern und Weinbergen. Die Verweigerung Jos Zollikofers, diese Besitztümer dem Erbgut von Altenklingen einzuverleiben, führte zum Bruch mit seiner Familie.

Im Jahre 1595 zerstörte ein Blitz das Schloss Sonnenberg. Um seiner Familie ebenbürtig zu sein, liess Jos das Schloss im ähnlichen Stil wie dasjenige seiner Brüder wieder aufbauen, was die auffallende Ähnlichkeit dieser beiden ,1. Herrenhöfe erklärt.

Nach vier Jahrhunderten, p während deren sich zahlreiche Familien im Sonnenberg ablösten, kam das Schloss 1678 in den Besitz des Klosters Einsiedeln, dessen Eigentum es heute noch ist. Womit das Besitztum sich wieder in ursprünglichen Händen befindet, wenn man bedenkt, dass der Gründer des Klosters Einsiedeln, der heilige Meinrad, einst Mönch des Klosters Reichenau war, als dessen Lehnsmann im 13. Jahrhundert der Gutsherr vom Sonnenberg waltete.

 

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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