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03929 - Château de Morges

03929 - Château de Morges

  • Bestellnummer: 03929
  • Autor: Alexandre Gisiger 
  • Sprache: d/F 
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
  • Anzahl Bogen:   3.5 A4
  • Anzahl teile:         49
 
 
Château de Morges
 
Im 14. Jahrhundert wurde das Gebiet der Bi­schöfe von Lausanne, der Erben der Grafen Waadt, durch die Habgier der beiden mächtigen Häuser Savoyen und Habsburg bedroht. Von 1240 an begann Peter der II. von Savoyen, «der kleine Karl der Grosse», sich im Waadtland ein wirkliches Fürstentum zu schaffen. Dieses wurde 1286 die Mitgift des jüngsten Sprosses der Familie, Ludwig von Savoyen, dem ersten Baron von Waadt und dem Gründer von Morges.
 
Dank der Archive des Hauses Savoyen, die sich in Turin befinden, kann der Beginn des Schlossbaus auf das Jahr 1286 festgelegt werden. Übrigens gab dieser Anlass zu einer Klage der Herren von Vufflens gegen Ludwig von Savoyen, der sich erlaubt hatte, ein Schloss an der Morges-Mündung auf einer Weide der Herrschaft der Vufflens zu errichten.

 

Diese Festung, die erbaut wurde, um das Bistum Lausanne zu umschliessen, ist ein ausgezeichnetes Beispiel für das «Savoyische Quadrat», d.h. vier Ecktürme (von denen der grösste als Schlossturm diente) wurden durch hohe Mauern verbunden. Innerhalb der Mauern wurden die Wohngebäude angelegt; diese Bauweise kann man auch in Yverdon und Champvent wiederfinden.

 

Der See reichte ursprünglich bis nahe an die Südseite des Schlosses heran und die äussere Be­festigung war von einem Graben umgeben. In den inneren Hof gelangte man über eine Zugbrücke und einen auf der Höhe des ersten Stockes gelegenen Eingang. Im Laufe der Jahrhunderte wurden ver­schiedene Änderungen vorgenommen, wie das Durchbrechen der Fenster, das Abrunden der Turmspitzen, um sich gegen Geschosssplitter zu wehren sowie der Bau der Dächer, wodurch das ursprüng­liche Aussehen erheblich verändert wurde.

 

Während der savoyischen Epoche (1286-1536) diente das Schloss den Baronen von Waadt sowie später den Grafen und Herzogen von Savoyen gele­gentlich als Wohnsitz. Man muss hervorheben, dass es nie Angriffen ausgesetzt war, wenn es auch 1475 von den Eidgenossen, die darin Lager genommen hatten, teilweise abgebrannt wurde.

 

Während der Eroberung des Waadtlandes 1536 wurde das Schloss von den Bernern besetzt, die es als Sitz für einen Landeshauptmann benutzten. Nach der Revolution und dem Abzug der Berner 1798 kam das Schloss sowie die anderen Schlösser Ihrer Exzel­lenzen von Bern an den neuen Staat Waadt, der beschloss drei zu behalten: Chillon, Saint-Maire in Lausanne und das Schloss Morges, das er als Arsenal benutzen wollte.

 

1804 wurde das Arsenal im Schloss selbst einge­richtet, später wurden Nebengebäude errichtet und die Säle, die nach und nach von den Waffen und Ausrüstungen befreit wurden, konnten die Samm­lung des Waadtländischen Militär-Museums auf­nehmen.

 

Das einzige Blutvergiessen fand am 2. März 1871 statt. Eine hier internierte Truppeneinheit der Ar­mee Bourbaki, war damit beschäftigt durch Feuchtig­keit schadhaft gewordene Patronen zu entleeren, als durch falsche Handhabung eine furchtbare Explosion erfolgte, die einen Teil der Nebengebäude zerstörte, Löcher in die Schlossdächer riess und zahlreiche Häuser in Morges beschädigte.

 

Das Waadtländische Militär-Museum

 

Das Schloss beherbergt seit 1932 das Waadtlän­dische Militär-Museum, das dem Publikum pracht­volle Sammlungen alter Waffen, Uniformen, Banner und Dokumente, die teilweise aus dem 15. Jahrhun­dert stammen, vorstellt. In dem Schweizerischen Museum historischer Figuren kann der Besucher in vier renovierten Sälen 50 Dioramen mit mehr als 8000 Blei- und Zinnsoldaten bewundern. Diese Stücke stammen aus der wertvollen Sammlung von Raoul Gerard, sie rufen die Bewunderung von Kennern hervor und geben eine Vorstellung von dem militärischen sowie von dem zivilen Leben von der Antike bis heute.

 

Das Artillerie-Museum. Die wunderschönen Kellergewölbe des Schlosses beherbergen das Artil­lerie-Museum. Vierzig restaurierte und funktionsfä­hige Artilleriegeschütze und mehr als 100 Miniatur­modelle zeigen die Entwicklung dieser Waffe von den Burgunder Kriegen bis heute.

 

Das Schloss Morges zieht wegen der verschie­denen Ausstellungen sowie der Blumenaustellung, die das Waadtländische Militär-Museum jedes Jahr veranstaltet, zahlreiche Besucher an.

 

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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