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03178 - Château de Porrentruy

03178 - Château de Porrentruy

  • Bestellnummer: 03178
  • Autor: Alexandre Gisiger 
  • Sprache: d/F 
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
  • Anzahl Bogen:   3.5 A4
  • Anzahl teile:         49
 
 
Château de Porrentruy
 

Das von einem majestätischen Turm beherrschte Schloss von Pruntrut steht mächtig und schützend über der Stadt. Der hohe, Refous genannte Schlossturm stammt aus dem 12. oder frühen 13. Jahrhundert und bildete den Kern einer bescheidenen Burg der Herzöge von Montbeliard. Der Turm, der seit der Zerstörung eines Gebäudes und der Kapelle unter französischem Regime freisteht, besitzt respektable Ausmasse: eine Höhe von 31 Meter, über 12 Meter Umfang, und auf der Höhe des Eingangs beträgt die Dicke der Mauern 3,60 Meter. Der Turm ist derart solide, dass sich jegliche Renovierungsarbeiten erübrigten.

Mit der Reformation in Basel im Jahre 1529 waren die Fürstbischöfe gezwungen, ihren Bischofssitz zu verlassen und nach Pruntrut überzusiedeln. Das Schloss wurde Fürstensitz und unterlag grossen baulichen Veränderungen. 1558 wurde es durch eine Feuersbrunst schwer beschädigt, die Kanzlei sowie die bischöflichen Archive wurden zerstört. Als 1575 Jacques-Christophe Blarer von Wartensee zum Bischof geweiht wurde, war das Land verarmt und durch das Schisma verunsichert. Mit Energie, Ausdauer und politischem Scharfsinn machte er sich daran, die Einheit der Staaten, die Gesundung der Finanzen und die Wiedereinführung des katholischen Glaubens zu verwirklichen. Er organisierte die Verwaltung der Ländereien und schuf die erste bischöfliche Druckerei. Jacques-Christophe Blarer sorgte für gute Beziehungen mit der Eidgenossenschaft. 1579 schloss er mit sieben katholischen Kantonen einen Geheimbund, der 1580 in Pruntrut mit feierlichem Schwur besiegelt wurde. Die Restaurierung des Bischofssitzes war gesichert, nun verwandte der grosse Bischof seine ganze Kraft, um das Schloss wieder aufzubauen, im besonderen die Kanzlei und den Wohnsitz mit der bemerkenswerten Renaissancefassade. Am Hahnturm liess er zweiprächtige Wappen malen mit seinen persönlichen Insignien und jenen des Bischofs von Basel. Jacques-ChristopheBlarer von Wartensee ging als mächtiger Fürst in die Geschichte ein, als Schöpfer eines modernen Staates, als ausgezeichneter Verwalter, erlauchter Diener der Kirche und grosser Bauherr.

Der Dreissigjährige Krieg brachte düstere Zeiten ins 17. Jahrhundert. Im Laufe des 18. Jahrhunderts kannte das Schloss von Pruntrut einen glücklichen Aufschwung, der auch der Stadt zugute kam. Revolutionäre Ideen erreichten jedoch die Schweiz und den Jura. Der Bischof, der die Gefahren erkannt hatte, entschloss sich 1792, Pruntrut zu verlassen und mitsamt seiner Habe nach Biel zu ziehen. Im weiteren Verlauf der Geschichte war der ehemalige Bischofssitz zahlreichen Geschicken ausgeliefert, und es ist nur der Entschlossenheit der Stadt Pruntrut zu verdanken, dass das Schloss nicht der Zerstörung anheimfiel.

 

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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