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03172 - Château de Lucens

03172 - Château de Lucens

  • Bestellnummer: 03172
  • Autor: Alexandre Gisiger 
  • Sprache: d/F 
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
  • Anzahl Bogen:   3.5 A4
  • Anzahl teile:         49
 
 
Château de Lucens

Tausend Jahre Geschichte

Von Avenches, dem ehemaligen Bischofssitz der helvetischen Bürgerschaft, nach Lausanne war die Route mühselig und nicht ungefährlich: Wölfe, Bären und Strassenräuber aus dem Jorat drohten den Reisenden. So errichtet der Bischof eine Station zwischen dem ersten Halt, der Abtei von Payerne, und der langen und beschwerlichen Steigung, die zur Hochebene von Ste-Catherine führt. Vorerst lässt er in Curtilles ein Schloss erbauen von 40 auf 20 Meter und mit 2 Meter starken Mauern. Während den unaufhörlichen Kriegen der Schlossherren der Umgebung erwies sich der Sitz von Curtilles durch seine ungünstige Lage als allzu leicht verletzbar. Der Bischof Landri de Durnes, dem der Bau des ersten Schlosses von Lucens zugeschrieben wird, wählte einen neuen Standplatz: einen Felsvorsprung auf der linken Talseite, auf dem ein Wachposten eingerichtet war und von wo aus man die ganze Ebene der Broye überwachen konnte. Die Zeit des Bischoftums war durch zahlreiche Kriege und Überfälle gekennzeichnet. Oft das Opfer von Plünderungen, Verheerungen und Feuersbrünsten, wurde das Schloss von Lucens immer wieder zurückerobert und durch die Bischöfe wiederhergestellt, die die Verteidigungswerke verbessern Hessen. Das im 13. Jahrhundert wiederaufgebaute bischöfliche Schloss, das noch heute Eveche (Bischofssitz) genannt wird, besteht aus dem würdevollen, 26 Meter hohen Hauptturm (Durchmesser 13 Meter), einem Wohnkomplex und einem durch eine Ringmauer geschützten, schmalen, eingeengten Schlosshof. Das einzige, in gotischem Stil geschaffene Fenster auf der imposanten Südseite ist die wichtigste Lichtquelle des Bischofssaales. Einmalig in der Schweiz, weist dieses Schloss drei äusserst gut erhaltene Barbakanen (vorgelagerte Verteidigungstore) auf: das Untertor, das Bärentor, das seinen Namen dem Berner Wappen entlieh, und das Tor von Cremin auf der Nordseite.

Unter bernischer Herrschaft (1536-1798) wechselten die Landvögte alle 6 Jahre. Während sich der erste noch mit dem bescheidenen alten Wohnsitz der Stiftsherren von Moudon begnügte, zogen die ihm folgenden die vornehmeren Gemächer des Schlosses von Lucens vor. Um 1588 anvertrauten die Exzellenzen von Bern dem Architekten Burnand (Vorfahren des Kunstmalers Burnand) die Vergrösserung des Festungswerkes durch prunkvolle Gemächer mit breiten Fenstern. Der Festungsgraben, der es vom alten Schloss trennt, wird Bärengraben genannt, obwohl die Berner dort nie ihre «lebenden Wappentiere» gehalten haben.

Dank einer klugen angepassten Verwaltung ist es den Bernern gelungen, zur Einigung des Kantons Waadt beizusteuern. Sie schufen Zivilstandsämter und stellten einen Frieden her, der zweieinhalb Jahrhunderte dauern sollte.

Obwohl es sich um eine Herrschaft handelte, waren Ihre Exzellenzen weit davon entfernt, willkürliche Zwingherren zu sein. Die Zehntenabgabe war nicht überaus hoch, und die Preise der Hauptnahrungsmittel waren gesetzlich geregelt. Der Bürgerrat von Lucens waltete unter dem Präsidium seines Statthalters vollkommen unabhängig und schreckte nicht davor zurück, den Entscheidungen der Vögte, die ihre Privilegien verletzten, Widerstand zu leisten, und dies oft mit Erfolg.

 

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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