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331 - Rega-Jet - Challenger CL 604

331 - Rega-Jet - Challenger CL 604

  • Bestellnummer: 331
  • Autoren:
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d, f
  • Massstab:

Rega-Jet - Challenger CL 604

Der „Challenger“, von dem die Rega seit 2002 drei Einheiten besitzt, ist das vielleicht modernste Ambulanzflugzeug der Gegenwart. Er kann als fliegende Intensivstation betrachtet werden und ist demgemäss mit allen erdenklichen medizinischen Geräten ausgerüstet. Diese ermöglichen dem begleitenden Arztteam die optimale Betreuung der Patienten, die notfallmässig lufttransportiert werden müssen.

Ein paar technische Angaben:

• Flügelspannweite 19.61 m
• Länge über alles 20.86 m
• Höhe 6.40 m
• Max. Abfluggewicht 21.863 kg
• Reichweite 6500 km
• Reisegeschwindigkeit 850 km/h
• Kapazität 4 Patienten (liegend)


Die Rega (Schweizerische Rettungsflugwacht)

Das Jahr 1946 kann als Geburtsjahr der Idee zur Gründung eines schweizerischen Luftrettungsdienstes betrachtet werden: Die beiden Militärpiloten Hug und Hitz bergen mit zwei Flugzeugen des Typs „Fieseler Storch“ in einer spektakulären Aktion Besatzung und Passagiere einer amerikanischen Dakota-Maschine, die auf einen Berner Oberländer Gletscher abgestürzt ist.

1952 wird dann die Schweizerische Rettungsflugwacht gegründet. Bald schon kommt es zu stark beachteten Einsätzen der neuen Rettungsspezialisten im In- und Ausland (Niederlande, Oesterreich, USA). 1960 wird der erste Heimschaffungsflug durchgeführt. Ab 1968 verstärken Helikopter die Flotte der Rettungsflugzeuge; einer davon wird als sogenannter „Baby-Helikopter“ 1972 fest auf dem Dach des Zürcher Kinderspitals stationiert. Bald schon bergen und repatriieren Rega-Flugzeuge Patienten aus vielen Ländern der Welt, auch etwa aus der Sowjetunion. In den Folgejahren wird die Einsatzflotte systematisch erweitert und erneuert.

Heute ist die Rega eine Vorzeige-Organisation mit hohem Bekannheitsgrad weltweit. Sie ist eine gemeinnützige private Stiftung, die von nicht weniger als 1.85 Millionen Gönnern unterstützt wird. Ihr Hauptquartier befindet sich im Rega-Center auf dem Flughafen Kloten; von hier aus plant und operiert sie, zusätzlich befinden sich ihre Hubschrauber auf 10 Heli-Basen in der ganzen Schweiz. Sie ist rund um die Uhr erreichbar; jährlich werden etwa 10'000 Einsätze geflogen. Sie kann angefordert werden unter der Notrufnummer 1414.

  
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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