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00553 - Pharaonenschiff

00553 - Pharaonenschiff

  • Bestellnummer: 00543
  • Autor: 
  • Selbstständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Schwierigkeitsgrad: 2
  • Anzahl Bogen:  2
  • Massstab: 1 : 100
  • Länge  43 cm
  • Breite  14 cm
  • Höhe    05 cm

 
Das königliche Schiff des Cheops
 
Im Jahr 1954 legte man aus dem Wüstensand auf der Südseite der Cheopspyramide zwei Gruben frei. Sie waren ca. 31 m lang und von 41 mächtigen Kalksteinblöcken bedeckt. In einer der beiden Gruben fanden die Forscher die Teile eines großen Königsschiffes. Es ist das berühmteste Schiff des alten Ägypten und wird Sonnenschiff oder Sonnenbarke des Pharaos Cheops genannt. Es bestand aus 1224 Holzteilen, die 4.600 Jahre gut erhalten überdauert hatten. Das war nur möglich, weil die Grube luft- und wasserdicht gebaut war. Aus den vielen Teilen wurde das Königsschiff mit den 23 m langen Planken wieder zusammengesetzt, ohne dass man dafür auch nur einen Nagel hätte verwenden müssen. Die Planken aus Zedernholz, das aus dem Libanon kam, wurden mit Schnüren verbunden. Sie wurden durch ein System von Löchern gezogen und im Inneren des Rumpfs verknotet. Das Schiff hatte einen flachen Boden ohne Kiel, war 43,3 m lang und 5,9 m breit. Es hatte eine Wasserverdrängung von 40 Tonnen. Das hölzerne Deckhaus (9,1 m lang) wird von einem Gestell aus waagrechten und senkrechten Rundhölzern überdeckt. Wahrscheinlich war darüber ein Stoffhimmel gespannt, um eine gute Wärmeisolation zu erreichen. Man nimmt an, dass das Königsschiff kurz nach dem Tod des Cheops gebaut wurde und nur eine einzige Reise gemacht hat. Der Leichnam des Königs wurde auf dem Nil zu den traditionellen Wallfahrtsstätten gefahren. Die sechs Paar Ruder mit 6,8 bis 7,8 m Länge dienten wohl nur dazu, die Barke auf Kurs zu halten. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde das königliche Schiff von kleineren Ruderbooten gezogen. Möglicherweise wurde es bei der Pyramide vergraben, weil man davon ausging, dass es den König so auf seiner Reise nach dem Tod begleiten kann.
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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