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10115 - Rochers de Naye - Zahnradbahn

10115 - Rochers de Naye - Zahnradbahn

  • Bestellnummer:  10115
  • Autor: Alexandre Gisiger   
  • Sprache: d/F
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
  • Anzahl Bogen:  2 A4
  • Anzahl Teile:       56
  • Massstab:        1 : 80
  •  Länge:        35.0 cm
 
 
Rochers de Naye - Zahnradbahn
 
Der Gipfel der Rochers de Naye liegt in den Waadt-länder Voralpen auf 2045 m Höhe. Es herrscht dort ein ganz besonderes Mikro-Klima (Lokal-Klima), weil dieses Kalkgebirge das erste Hindernis bildet, das sich den vom Atlantik herkommenden und über Frankreich und den Jura ergiessenden feuch­ten Luftmassen entgegenstellt. Dagegen schützen die Rochers de Naye ihrerseits das Gebiet von Montreux vor den kalten Nordwinden und verhel­fen damit der Waadtländer Riviera zu einem aus­gesprochen milden Klima.
 
Während die Rochers de Naye das von der Rhone gespeiste Genferseebecken in kühnem Auf­schwung überragen, senken sich ihre nördlichen Flanken bereits in das Einzugsgebiet des Rheins. Die Bergbahn Montreux- Glion - Rochers de Naye (MGN) führt die Touristen in 55 Minuten aus einer ans Mittelmeer erinnernden Zone in die rauhe Alpenwelt.
 
Der rasche Aufstieg durch Baumgärten, Tannen­wälder und Alpweiden mit dem Blick auf den blan­ken Spiegel des Genfersees hinterlässt unver-gessliche Eindrücke.
 
Vom Gipfel aus überrascht eine prachtvolle Rund­sicht den Ankommenden. Sie reicht von den Savo-yer Alpen über die Waadtländer und Berner Gipfel bis zu den blauen Höhenzügen des Juras, dazu der Tiefblick auf den Leman auf der einen und die Frei­burger Voralpen auf der ändern Seite.
 
Mit 1578 m Höhenunterschied steht die MGN in den vordersten Rängen der Zahnradbahnen Euro­pas, Die maximale Neigung beträgt 220%o, die mittlere Neigung erreicht 156%o bei einer Strec­kenlänge von 10,360 km.
 
Das Teilstück Glion - Naye wurde 1892 als Dampf­bahn eröffnet und 1938 elektrifiziert. Der Abschnitt Montreux - Glion folgte 1909 und wurde von An­fang an elektrisch betrieben. Die Triebwagen lei­sten 215 PS, überwinden die steilsten Rampen noch mit 17,5 km/h und bieten insgesamt 70 Plätze. Eine vollautomatische Standseilbahn verbindet Territet mit Glion. 
 
 
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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