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WD105 - Giersberg-Wasserturm Braunschweig

WD105 - Giersberg-Wasserturm Braunschweig

  • Bestellnummer:  WD105
  • Autoren:  Wolfgang Wesche
  • Schwierigkeitsgrad:  2
  • Selbständige Einzelteile:  1
  • Sprache:  d
  • Massstab:    ca. 1:
  • Anzahl Bogen:    6 x A4 + Deckblatt, 4-farbig, Digitaldruck,
  • Anzahl der Teile:   ca.  Bauteile
  • Modellgröße ca. 
  • ausführliche Bauanleitung
 

Giersberg-Wasserturm Braunschweig

Der Wasserturm Giersberg: Früher war der 1901 erbaute Wasserturm ein wichtiger Bestandteil der städtischen Wasserversorgung. Heute ist dieses Bauwerk eine weit über das östliche Ringgebiet hinaus sichtbare Sehenswürdigkeit.

Nach einer über sieben Jahre dauernden Irrfahrt durch den Orient, so erzählt die Sage, habe sich Heinrich der Löwe vom Teufel im Fluge in die Heimat zum Giersberg bringen lassen, um zu verhindern, dass seine Ehefrau Mathilde wieder verheiratet würde. Der Teufel setzte den Herzog auf dem Giersberg ab, um im zweiten Anlauf den Löwen zu holen. Hätte der Teufel Herzog Heinrich beim Nachholen des Löwen schlafend angetroffen, wäre die Seele dem Teufel verfallen. Der Löwe jedoch weckte seinen eingeschlafenen Herrn bei der Rückkehr mit lautem Gebrüll. Der Teufel hatte sein Spiel verloren und zog fluchend von dannen.
So viel zur Legende über den Giersberg. Der Giersberg rückte schon früh in den Mittelpunkt des Interesses. Nicht verwunderlich, ist er doch die höchste Erhebung im Innenstadtbereich. Wahrscheinlich kommt sein Name von girare, den Blick schweifen lassen, kreisen. Wir fragen uns natürlich, warum am Anfang des 20. Jahrhunderts zu dieser Zeit ein Wasserturm an diesem Standort auf dem Giersberg überhaupt notwendig wurde. Um dies zu verstehen, muß auf  die damalige Wasserversorgung näher eingegangen werden.

Im Bürgerpark nahm 1865 das Wasserwerk (heute Teil des Steigenbergerhotels) seinen Betrieb auf. Das Wasser wurde im Bürgerpark durch Pumpen der Oker entnommen, in einfache Absetzbe­cken geleitet und von dort über eine Sand‑ und Kiesfilteranlage geführt, bevor es über ein neues gußeisernes Rohrnetz verteilt w

Braunschweigs Wasserversorgung schien nun auf lange Zeit gesichert.

Aber es sollte anders kommen. Durch die chemische und bakteriologische Verschmutzung der Oker durch In­dustrieabwässer der Zuckerfabriken und der Kaliindustrie nahmen in den Folgejahren so dramatisch zu, dass die Reinigungskraft der neuen Filter auch nicht mehr ausreichte. Man entschloss sich daher am Bienroder Weg ein Wasserwerk zu bauen, da man in diesem Bereich ausreichend Grundwasser vorfand.

Mit dem Entwurf und Ausführung des neuen Wasserwerks wurde einer der bekanntesten Fachleute, der Ingenieur Thiem aus Leipzig, beauftragt. Das Wasserwerk, für dessen Betrieb auch der Wasserturm Giersberg erforderlich wurde um Schwankungen im Wasserverbrauch auszugleichen und den gewünschten Wasserdruck zu gewährleisten, ging Anfang 1902 zusammen mit dem Turm in Betrieb.

Im Hinblick auf die stadtplanerische Bedeutung des Wasserturms zeichnete der damalige Stadtbaurat Ludwig Winter (1843 – 1930) einen Vorentwurf, der sich schon weitgehend von anderen weitaus schlichteren Wassertürmen abhob z.B. (Bremen)

Sein damaliger Ortsbauplan sah bereits eine Ringstraße, ein schachbrettartiges Straßensystem gepaart mit Platzanlagen vor und bestimmte schon damals weitgehend die Form unseres Östlichen Ringgebietes.

Sein Vorentwurf für einen Wasserturm im Neugotischen Stil fand aber nicht die Mehrheit, sondern man entschied sich für den Entwurf des damaligen Stadtbaumeisters Max Osterloh, der den Wasserturm in Anlehnung an barocke Wehrtürme gestaltete.

Max Osterloh (1851 – 1927) war Baumeister in der städt. Bauverwaltung zu der auch die Wasser- Abwasser- und Gasversorgung gehörten. Er schuf außer dem Wasserturm eine Vielzahl kommunaler Bauten im zeitüblichen historischen Baustil, unter anderem die Schulen Heinrichstraße, Comeniusstraße, die Gaußschule am Löwenwall und die Markthalle am Hagenmarkt.

Die Gliederung des Außenbaus des Wasserturms folgt dem Grundmuster der seinerzeit üblichen Lösungen für diese Bauaufgabe. Auf einem konischen Sockel sitzt der Kopfbau zur Aufnahme des Wasserbehälters. Darüber wurde ein mehrteiliges, schiefergedecktes Zeltdach mit einer Laterne gesetzt.

Zur Innenstadt ausgerichtet wurde vor den runden Turm eine mehrge­schossige Schaufassade gesetzt. Sie ist gebildet aus den beiden seitlichen Türmen einer für die Treppe, der andere für eine Seilwinde zum Materialtransport. Zwischen beiden spannen sich so genannte Geschossbühnen zur Erschließung mehrerer Ebenen im Bauwerk. In der Schnittzeichnung sieht man deutlich die Ansätze hierfür. Bis auf die Bühne unterhalb des Behälters wurde aber auf den Einbau weiterer Etagen verzichtet, da sie betrieblich nicht geeignet waren. In der Höhe des Kopfbaus wachsen die Türme frei aus der Schaufassade heraus und belassen an ihrer Basis einen schmalen, zugänglichen Balkon mit noch heute prächtiger Aussichtsmöglichkeit auf die Stadt.

Die innere Technik entwarf der schon oben erwähnte Ingenieur Thiem aus Leipzig, der auch für die Technik des Wasserwerks Bienroder Weg zuständig war.urde.

Der Wasserturm ist nicht gänzlich mit Wasser gefüllt, sondern birgt in seinem Inneren einen hoch gesetzten Behälter. Ohne diesen Hochbehälter müsste das Wasserwerk seine Förde-rung stets den augenblick¬lichen Verhältnissen anpassen, also in Stunden starken Verbrauchs stets mit allen Maschinen und voller Kraft arbeiten, wobei die Grenzen der Betriebssicherheit überschritten würden.
Der Wasserstand im Hochbehälter wurde über eine Fernmeldeanlage im Maschinenhaus des Wasserwerks Bienroder Weg angezeigt, damit der Maschinenmeister seine Pumpen entsprechend bedienen konnte. In späteren Jahren wurde diese Anzeige auf die Netzleitstel-le in die Taubenstraße gebracht. Der Hochbe¬hälter liegt mit seinem schmiedeeisernen Druckring auf gusseisernen Lagerböcken unter dem Dach des Wasserturms.
Das von den Druckpumpen des Wassernetzes zugeleitete Wasser gelangt über ein freiste-hendes mittig angeordnetes Steigrohr (zugleich Fallrohr) von 650 mm lichte Weite in das auf 30m Höhe installierte Bassin aus genieteten Eisenblechen (Hersteller: Wilke Werke BS) mit einem Fassungsvermögen von 2000 cbm, das entspricht in etwa dem Volumen von 9 Schul-klassenräumen. Bauform Hängeboden- Kugelabschnittbehälter, Kugelabschnitt 4m Höhe Seitenteile Höhe 6,2 m, Oben offen, Material genietete Eisenbleche, Gewicht: 160 Tonnen, Durchmesser 18 m
Ein Überfüllen des Behälters wird durch das dünnere 250 mm weite Über¬laufrohr verhindert, das überschüssiges Wasser in die Kanalisation abführt. Gleichzeitig ist dieses Rohr mit dem Behälterboden verbunden und kann somit auch zur Behälterentleerung im Falle von Behälterrevision und Reparatur benutzt werden.
Eine Laufbühne überquert den Be¬hälter in seiner Durchmesserlinie. Unterhalb des Wasserbehälters reicht ein Boden für Reparaturen am Behälter über die gesamte Fläche des ansonsten von Einbauten freien Raumes. Im Inneren erschließt sich die Zweckbestimmung dieses Bauwerks durch die sichtbar belassene Technik in funktionsgerechter Anordnung, ohne Schmuck und Zierformen. Bemerkenswert ist schließlich das offen liegende Dachtragwerk aus genieteten Eisenblechen in Winkelprofilen.
Mit der neuen Zeit konnte der Wasserturm aber nicht mehr mithalten. Aus hygienischer Sicht störte der überdachte, aber offene Wasserbehälter. Der Wasserdruck im Stadtnetz ließ sich mit Hilfe von geregelten Pumpen besser den Anforderungen anpassen und das Ausgleichsvolumen des Hochbehälters mit nur 2000 cbm reichte für die heutigen Bedürfnisse nicht mehr aus, denn Braunschweig hat sich seit damals stark vergrößert und wird seit 1972 fast ausschließlich mit Harzwasser versorgt. Die Regelung von Harzwasserbezug und Wasserabgabe an das Stadtnetz erfolgt nun durch wesentlich größere unterirdische Tiefbehälter mit dem zehnfachen Speichervolumen im Bürgerpark. Der Wasserturm Giersberg wurde deshalb1987 stillgelegt
Die gesamte Inneneinrichtung des Turmes wurde aber bis heute nicht verändert.
Über den baukünstlerischen und technikgeschichtlichen Wert hinaus markiert der Wasser-turm durch seine Lage im Stadtbild die erste planmäßige Stadterweiterung nach der Mitte des 19. Jahrhunderts. Schließlich besitzt der Wasserturm am Giersberg wegen seiner nahezu vollständig erhaltenen Technikausstattung einer, hohen Seltenheitswert über die Landesgrenzen hinaus.
Der Wasserturm Giersberg ist seit 1995 ein Bau¬denkmal gemäß § 3(2) Niedersächsisches Denkmalschutzgesetz (NDSchG), da an seiner Erhal¬tung wegen der baukünstlerischen, ge-schichtlichen und städtebaulichen Bedeutung ein öffentli¬ches Interesse besteht. Die Erhal-tungswürdigkeit bezieht sich auf das gesamte Gebäude und schließt die Technikausstattung entsprechend der ursprünglichen Zweckbestimmung ein.
Die extrem kalten Winter der letzten Jahre haben das Mauerwerk vor große Belastungen ge-stellt. Im Jahre 2011 hat eine auf die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude spezialisierte Baufirma gesamte Fassade gereinigt, die Mauerwerksfugen und kaputte Mauersteine er-neuert.
Auf Wunsch der Braunschweiger Bürger hat man sich damals entschlossen, den Wasser-turm nachts nicht mehr anzustrahlen, sondern künftig indirekt und ohne Beeinträchtigungen für die Anwohner zu illuminieren. Die neue Beleuchtung kommt ohne klassische Scheinwerfer aus, sondern wird mit LEDs (das sind spezielle Halbleiter, die leuchten, wenn sie vom Strom durchflossen werden. Sie haben einen hohen Wirkungsgrad Weiße Flächenlichter blaue Lichtschläuche und rote Folien betonen markante Bereiche des Gebäu-des.
Eine regelmäßige Nutzung des Gebäudes ist derzeit aus Sicht der Denkmalpflege und im Hinblick auf die benachbarte Gedenkstätte nicht vorgesehen.



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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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