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309 - Oldtimer «Turicum» (1907)

309 - Oldtimer «Turicum» (1907)

  • Bestellnummer: 309
  • Autor: div.
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d, f 
  • Massstab:

Die Schweiz hat mehr Automobilfabrikate hervorgebracht, als man gemeinhin annimmt. Die Firma TURICUM bestand in den Jahren 1904 bis 1912 und hatte ihren Sitz zuerst in Zürich, später in Uster. (Der Name TURICUM ist von der kelto-römischen Bezeichnung für die Stadt Zürich abgeleitet.) Die Personenwagen dieser Marke waren nicht die ersten, die in der Schweiz konstruiert wurden - schon 1896 hatte die Firma Saurer diese Pioniertat geleistet -, aber sie waren in ihrer Zeit besonders erfolgreich und konnten mit technischen Neuerungen auftrumpfen.

Schon der Vorläufer des späteren «normalen» TURICUM, ein Einsitzer von nur 140 cm Länge und 60 cm Spurbreite, erregte beträchtliches Aufsehen. Die Ingenieure Martin Fischer und Paul Vorbrodt, die ihn entwickelt hatten und 1904 in den Verkauf brachten, erhofften viel von ihm. Aber die Käufer blieben aus; niemand wollte dieses Vehikel, das wie ein Go-Kart aussah und mit den Füssen gesteuert wurde, obwohl es 60 Stundenkilometer erreichte und respektable Steigungen erklimmen konnte: immerhin hatten die beiden Konstrukteure mit ihm den Uetliberg, die Albis-Hochwacht und sogar das Rigi-Klösterli erreicht. Der Grund für die Ablehnung durch das Publikum: Schon damals wollte man Mehrplätzer und Schutz vor der Witterung.

Noch im gleichen Jahr entwarfen Fischer und Vorbrodt ein «richtiges», publikumsgerechtes Auto, das einen luftgekühlten Einzylindermotor (786 cm3 Hubraum, 7 PS Leistung bei 1400 U/Min.) besass. Mit dem Prototyp legten sie eine 760 km lange Probefahrt über die Alpen zurück, die ohne Panne ablief. Die beiden Firmengründer waren zufrieden und erwarben nun in Uster bei Zürich eine stillgelegte Spinnerei, wo sie in der Folge diesen Wagen in Serie herstellten.

Schon 1905 änderte man einige Details am TURICUM: der Motor bekam einen Ventilator für zusätzliche Kühlung, und der Magnetzünder wurde nun durch eine Kette angetrieben. Zwei Jahre später begann man in Uster mit der Herstellung von wassergekühlten 4-Zylinderwagen (2000 cm3 Hubraum, 18 PS Leistung bei 1800 U/Min.). Auch dieses Modell war mit dem erfolgreichen Friktionsgetriebe (oder Reibradgetriebe) ausgestattet, das schon die früheren TURICUM-Fabrikate ausgezeichnet hatte. Anstelle eines hölzernen Chassis mit Stahlbeschlägen verwendete man jetzt einen Profilrahmen aus Stahl.

Der TURICUM gewann bei Wettfahrten viele Auszeichnungen im In- und Ausland. 1910 zirkulierten in der Schweiz 822 Personenwagen, davon waren nicht weniger als 97 Stück (oder rund 12%) von unserer Marke. In guten Zeiten arbeiteten 150 Arbeiter in den Werkstätten; sie produzierten im Jahr 200 Wagen. Total wurden etwa 1000 TURICUM gebaut, die auch im Ausland gut abgesetzt wurden; die Firma hatte nicht nur in vielen europäischen Ländern Vertretungen, sondern auch in Argentinien und Südafrika. Die Krisenjahre vor dem Ersten Weltkrieg brachten einen jähen Verkaufsrückgang, so dass das Unternehmen 1912 die Tore schliessen musste. - Heute existieren kaum mehr ein halbes Dutzend TURICUM-Wagen, darunter nur drei originalgetreu erhaltene und fahrtüchtige. Natürlich sind das grosse Kostbarkeiten.

Unser Modellbogen zeigt das 1907 gebaute 4-Zylinder-Modell, das seinerzeit stolze Fr. 6000.-- gekostet hat. Das Original dieses Oldtimers kannst du im Verkehrshaus in Luzern besichtigen. Hier noch ein paar wichtige technische Daten über den «Oldtimer TURICUM», die dich sicher interessieren:

Zylinderzahl:

4

Bohrung:

80 mm

Hub:

100 mm

Hubraum:

2010 cm3

Höchstgeschwindigkeit:

60 km

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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