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154 - Zoo 4

154 - Zoo 4

  • Bestellnummer: 154
  • Autor: Dieter Matthäus
  • Schwierigkeitsgrad: ab 6 J.
  • Selbständige Einzelteile: 6
  • Sprache: d
  • Massstab:

Mit diesem Bogen kannst du deinen Zoo gründen und ihn mit anderen Zoo-Bogen erweitern. Du fragst dich wohl: Was ist ein Zoo und wozu dient er? Nun, früher waren die Zoologischen Gärten einfach dazu da, dem Besucher viele Arten von fremden Tieren zu zeigen. Heute hat der Zoo noch andere Aufgaben. So dient er den Zoologen dazu, das Verhalten der Tiere zu studieren. Daneben hat er noch einen weiteren, sehr wichtigen Auftrag, nämlich die Weiterzucht der Tiere, hauptsächlich derjeniger Tierarten, deren Leben in freier Natur bedroht ist. Heute wird bei der Haltung der Tiere sehr darauf geachtet, die Gehege, in denen sie leben, ihren Gewohnheiten und Bedürfnissen entsprechend zu gestalten. Der Zoo ist auch von grosser Bedeutung für Schulen, die den Unterricht dadurch ergänzen, dass sie lebende Tiere beobachten.

Auf diesem Bogen gibt es folgende Tiere:

Galapagos-Riesenschildkröte:

Vorkommen: Galapagos (Pazifischer Ozean). Eine zweite Art lebt auf den Seychellen (Indischer Ozean). Riesenschildkröten wurden früher von Seeräubern und Walfängern massenweise gefangen und als Frischnahrung auf die langen Seereisen mitgenommen. Ihr Bestand wurde dadurch stark vermindert. Die Bogenlänge des Panzers kann bis 1,2 m betragen. Sie werden bis 190 kg schwer und bis 150 Jahre alt. Die Schildkröten ernähren sich von Grünkost.

Spitzmaulnashorn:

Vorkommen: Afrika, wo auch das Breitmaulnashorn lebt. Drei weitere Arten leben in Asien (Indisches Panzernashorn, Java-Nashorn, Sumatra-Nashorn). Ihre bis zu 2 cm dicke, fast haarlose Haut bietet Schutz gegen den Angriff von Raubtieren. Sie wird beim afrikanischen Nashorn von den Madenhacker-Vögeln sauber gehalten. Ein Spitzmaul-Nashorn wiegt bis zu 1,5 Tonnen, es kann ein Alter von 40 Jahren erreichen. Die grösste Gefahr für die Nashörner stellt der Mensch dar, der sie um ihrer Hörner willen tötet. Alle fünf Nashornarten sind vom Aussterben bedroht.

Bison:

Vorkommen: Nordamerika, offene Prärie. Mit 3 m Länge und einem Gewicht von 1000 kg ist er das grösste amerikanische Säugetier. Auf dem Vorderkörper ist die Behaarung lang und dick. Im Gegensatz dazu ist der Hinterleib kurz behaart. Der Bison wurde von den Indianern gejagt, welche ihn fast restlos für Nahrung, Decken und Zelte verwerteten. Bei dem millionenfachen Vorkommen der Tiere hielt sich der Verlust in Grenzen. Erst als die weissen Siedler kamen und die Bisons massenweise abschossen mit dem Ziel, den Indianern die Lebensgrundlage zu entziehen, drohte den Bisons das Aussterben. Heute leben wieder einige zehntausend Bisons in Naturschutzgebieten. Vorläufig ist der Bestand dieser prachtvollen Tiere gesichert.

Graues Riesenkänguru:

Vorkommen: Australien. Rote und Graue Riesenkängurus gehören zu den grössten Beuteltieren. Körpergrösse bis 160 cm. Ihre grossen Hinterbeine ermöglichen ihnen bis 10 m weite und 3 m hohe Sprünge. Das winzige Junge klettert nach der Geburt in den Beutel des Weibchens und wächst hier während 6-9 Monaten heran. Kängurus ernähren sich von Gras, Kräutern und Wurzeln. Insgesamt gibt es 60 Arten von Kängurus mit ähnlicher Körperform, aber unterschiedlicher Körpergrösse. Die kleinsten Arten sind nur so gross wie eine Ratte.

Rosa Pelikan:

Vorkommen: Südosteuropa (Donaudelta). Pelikane schöpfen ihre Fisch-Nahrung mit dem grossen Schnabel aus dem Wasser und lassen den Fisch durch die Speiseröhre in den Magen gleiten. Am Unterschnabel hängt ein Kehlsack, der Oberschnabel dient als Deckel. Pelikane sind gesellige Tiere. Sie leben meistens in Kolonien in flachen Küsten- und Binnengewässern.

Der Grosse Panda:

Vorkommen: Bergland in China. Der Panda ist das Wappentier des WWF und zählt zu den seltensten Tieren der Erde. Er wurde erst 1869 entdeckt. Als Einzelgänger lebt er in den feuchten Bambuswäldern nahe der chinesisch-tibetanischen Grenze in einer Höhe von 1500-4000 m ü.M. Die Bambussprossen dienen ihm als Nahrung. Zur Fortpflanzung treffen sich die Tiere für kurze Zeit. Das Weibchen bringt meistens nur ein Junges zur Welt, welches nur 150 Gramm wiegt. Leider ist dieses seltene Tier vom Aussterben bedroht, denn sein Lebensraum wird durch die zunehmende Rodung der Wälder mehr und mehr eingeschränkt.

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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