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155 - Zoo 5

155 - Zoo 5

  • Bestellnummer: 155
  • Autor: Dieter Matthäus
  • Schwierigkeitsgrad: ab 6 J.
  • Selbständige Einzelteile: 6
  • Sprache: d
  • Massstab:

Mit diesem Bogen kannst du deinen Zoo gründen und ihn mit anderen Zoo-Bogen erweitern. Du fragst dich wohl: Was ist ein Zoo und wozu dient er? Nun, früher waren die Zoologischen Gärten einfach dazu da, dem Besucher viele Arten von fremden Tieren zu zeigen. Heute hat der Zoo noch andere Aufgaben. So dient er den Zoologen dazu, das Verhalten der Tiere zu studieren. Daneben hat er noch einen weiteren, sehr wichtigen Auftrag, nämlich die Weiterzucht der Tiere, hauptsächlich derjeniger Tierarten, deren Leben in freier Natur bedroht ist. Heute wird bei der Haltung der Tiere sehr darauf geachtet, die Gehege, in denen sie leben, ihren Gewohnheiten und Bedürfnissen entsprechend zu gestalten. Der Zoo ist auch von grosser Bedeutung für Schulen, die den Unterricht dadurch ergänzen, dass sie lebende Tiere beobachten.

Auf diesem Bogen gibt es folgende Tiere:

Zweihöckeriges Kamel oder Trampeltier:

Vorkommen: Asien. Sein Winterfell ist dicht und lang und ergibt eine gute Wolle (ca. 10 kg pro Jahr). In den Höckern sammelt sich Fett an. Sie dienen als Schutzschild gegen die brütende Sonne. Das Fett ist zugleich Nahrungsvorrat (Speisekammer). Das Kamel hat einen geringen Wasserverlust. Wenn es seinen Durst löscht, nimmt es in wenigen Minuten bis zu 90 Liter Wasser auf. Dieser Vorrat reicht bis zu zwei Wochen. Mit seinen langen Wimpern und den schlitzartigen Nüstern schützt es Nase und Augen vor dem Sand. Seine breiten Füsse verhindern das Einsinken im tiefen Sand. Beim Gehen werden Vorder- und Hinterbein einer Körperseite gleichzeitig bewegt. Es entsteht ein schwankender Gang (Passgang). Deswegen wird das Kamel auch «Wüstenschiff» genannt.

Wolf:

Vorkommen: Europa, Asien, Nord-Amerika. Der Wolf ist ein sehr geselliges Tier. Innerhalb des Rudels besteht eine Rangordnung. Die Stellung eines Tieres im Rudel kommt in der Kopf-, Ohren- und Schwanzhaltung zum Ausdruck. Rudelgefährten verständigen sich auf weite Distanzen mit ihrem Geheul. Der Wolf hat ein sehr gutes Hör- und Witterungsvermögen.

Ara:

Vorkommen: Süd-Amerika. Aras sind die grössten Papageien. Fast alle Arten sind Waldbewohner. Sie brüten in hohlen Bäumen. Mit dem grossen Schnabel knacken sie Nüsse; sie benutzen ihn auch zum Klettern.

Grosser Ameisenbär:

Vorkommen: Costa-Rica bis Nord-Argentinien. Er hat die Grösse eines Schäferhundes. Die Arme sind kräftiger gebaut als die Beine. Mit den grossen gebogenen Krallen reisst der Ameisenbär den steinharten Termitenbau auf. An seiner langen, wurmförmigen Zunge bleiben die Beutetiere (Termiten und Ameisen) kleben.

Grosser Kudu:

Vorkommen: Afrika. Kudus sind grosse Antilopen, die in steinigem Buschland leben. Nur Männchen tragen Hörner. Sie sind ausgezeichnete Springer und überspringen mühelos Hindernisse bis 2,5 m Höhe. Sie leben in Rudeln von bis zu 20 Tieren. In den Steppen Afrikas steigen sie bis in die Höhen von 2000 m ü. M.

Schimpanse:

Vorkommen: Afrika. Lebt in Gruppen im Regenwald oder auch in der Baumsavanne. Tagsüber verbringen die Schimpansen einen grossen Teil ihrer Zeit auf dem Boden. Sie schlafen auf den Bäumen in einem Nest, das sie in der Regel jeden Abend aus Zweigen und Blättern neu herstellen; nur selten benutzen sie ein altes Nest. Schimpansen sind sehr stark, aber behend. Nahrung: hauptsächlich Pflanzen. Sie machen auch Jagd auf andere Affen. Werkzeuggebrauch: Halme und Zweige zum Herausstochern von Honig und Termiten, Steine zum Aufschlagen von Nüssen.

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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