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172 - Maskerade 2

172 - Maskerade 2

  • Bestellnummer: 172
  • Autor: Silja Coutsicos
  • Schwierigkeitsgrad: ab 6 J.
  • Selbständige Einzelteile: 5
  • Sprache: d
  • Massstab:

Spielmasken 2: Rotkäppchen - Wolf - Mutter - Grossmutter - Jäger

Siehst du die lustigen Halbmasken? Sie waren darauf, dass du sie zum Leben erweckst! Der Jäger, Rotkäppchen, der böse Wolf, Rotkäppchens Mutter und die Grossmutter. Kannst du dich an die Geschichte erinnern? Dann kannst du ja auch gleich mitspielen:

"Rotkäppchen!", ruft die Mutter. "Schau, ich habe für Grossmutter einen Gugelhopf gebacken. Bring ihn doch in diesem Korb mit einer Flasche Wein der kranken Grossmutter. So wird sie schnell wieder gesund!"
"Ja, gerne, Mama", sagt Rotkäppchen und macht sich auf den Weg.
"Pass aber auf wegen dem Wolf!", ruft die Mutter noch.

Unterwegs pflückt Rotkäppchen schöne Blumen für seine Grossmutter. Plötzlich steht der böse Wolf vor ihm und fragt: "Was machst du mit den Blumen, Rotkäppchen?"
"Die bringe ich meiner Grossmutter, die im alten Haus am Waldrand wohnt"
, sagt Rotkäppchen und geht weiter. Aber der Wolf ist vor ihr bei der Grossmutter und frisst die alte Frau. Als Rotkäppchen kommt, liegt er mit der Nachthaube im Bett.
"Warum hast du so grosse Ohren?", fragt Rotkäppchen.
"Damit ich dich gut hören kann", sagt der Wolf.
"Und warum hast du so eine grosse Nase?"
"Damit ich dich gut riechen kann."
"Aber warum hast du so einen grossen Mund?"
, fragt Rotkäppchen weiter.
"Damit ich dich fressen kann", antwortet der Wolf und verschlingt das Mädchen. Er schnarcht und der Jäger kommt vorbei. Er öffnet den Bauch und rettet Grossmutter und Rotkäppchen. Zusammen feiern sie ein Fest.

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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