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325 - Cobra-Tram

325 - Cobra-Tram

  • Bestellnummer: 325
  • Autorin: P. Mandzjuk
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 3
  • Sprache: d
  • Massstab: 1:87

Cobra-Tram

Das Wort "Tram" ist eine Kurzform des englischen Wortes "tramway", was einfach "Strassenbahn" bedeutet. Ein Tram (oder eine Tram, wie man ausserhalb der Schweiz sagt) ist also ein Schienenfahrzeug, das sich in der Regel auf Strassen fortbewegt, also typisch ist für den städtischen Verkehr. Die ersten Trams wurden noch von Pferden gezogen, und das in Weltstädten wie New York, Paris und Berlin. Ab 1881 kam dann die elektrische Strassenbahn auf; die Zeit der gemütlichen "Schienenkutschen " ging dem Ende zu.

Das Tram ist auch im dritten Jahrtausend immer noch ein modernes Verkehrsmittel. Noch vor wenigen Jahren galt es als veraltet, da es den mächtig aufkommenden Strassenverkehr behinderte. Man glaubte es durch andere Beförderungssysteme ersetzen zu müssen. Doch seither hat ein Umdenken stattgefunden. Viele Städte haben in der letzten Zeit das Tram neu entdeckt. Denn es ist sehr leistungsfähig und kann mit wenig Personal viele Fahrgäste befördern. Es braucht keine aufwändigen Trassebauten oder Tunnelsysteme und kann auch, da es ja im Prinzip "nur" eine breite Strasse benötigt, bei Bedarf mit vernünftigem Aufwand ausgebaut werden.

Das Cobra-Tram, das im Frühjahr 2001 in Betrieb genommen wurde, entspricht den neuesten technischen Erkenntnissen und Fortschritten:

  • Es hat mit seiner maximalen Länge von rund 36 m und seiner Breite von 2,4 m ein Fassungsvermögen von 96 bequemen Sitzplätzen und 142 Stehplätzen. Die Fahrgäste können über nicht weniger als 7 Türen ein- und aussteigen.
  • Die Passagiere werden mit modernsten Informationseinrichtungen laufend über Liniennummer, Fahrtrichtung, die jeweils nächste Haltestelle usw. unterrichtet.
  • Durch die sogenannte Niederflur-Bauweise müssen die Leute beim Einsteigen keine hohen Stufen überwinden. Vor allem ältere und behinderte Fahrgäste werden es schätzen, dass sie nur eine Einstiegshöhe von etwa 20 cm bewältigen müssen.
  • Für Rollstuhlpassagiere gibt es eine Einfuhr-Rampe bei der vordersten Türe.
  • Durch ein neues Fahrwerk ohne starre Achsen, dafür mit einzeln gelenkten Rädern, kann das lästige Kurvenquietschen weitgehend beseitigt werden. Die vom Tramlärm betroffenen Anwohner werden diese Verbesserung besonders begrüssen.
  • Das äussere Erscheinungsbild ist sehr elegant; kein Wunder, wurde es doch durch die weltbekannte Designer-Firma Pininfarina gestaltet, die ja unter anderem die Karosserien moderner und teurer Sportautos "massschneidert".
  • Der Innenraum wird wohl anfänglich etwas gewohnheitsbedürftig sein. Denn durch die Tieferlegung des Passagierraumes konnten gewisse Teile der Fahrwerke (Räder und Antriebsmotoren) nicht mehr versteckt werden. Diese ragen jetzt durch Kästen geschützt in den Innenraum hinein und erzwingen eine Anordnung der Sitze, die ungewöhnlich erscheint.

Die Stadt Zürich, welche das Cobra-Tram in Auftrag gegeben hat, wird bis ins Jahr 2013 eine stattliche Anzahl dieser Tatzelwürmer in Betrieb nehmen. Es werden rund 75 Einheiten sein. Damit ersetzt sie nicht etwa die Wagen des "Tram 2000", die 1976 eingeführt wurden, sondern noch ältere Typen ihrer grossen Wagenflotte. Nach einer Faustregel muss Rollmaterial, das mehr als 40 Jahre alt ist, ersetzt werden.

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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