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507 - Weltzeituhr

507 - Weltzeituhr

  • Bestellnummer: 507
  • Autor: Heinrich Pfenninger
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d, f
  • Massstab:

Pünktlich beginnt der Unterricht. Pünktlich verlässt ein Zug die Station. Pünktlich setzt die Nachrichtensendung des Radios ein. Hinter all dieser Pünktlichkeit steckt die Uhr. Sie meldet uns dauernd den genauen Stand der Zeit.

Wenn wir nachmittags um vier Uhr auf einer Anhöhe über der Stadt stehen und hinabhorchen ins Gebrumm des Verkehrs, dann wird dieses plötzlich übertönt von den Schlägen einer Kirchturmuhr. Eine zweite meldet sich. Eine dritte schliesst sich an. Jede verkündet: Jetzt ist's 4 Uhr! Nicht nur bei uns, am Genfersee so sicher wie draussen im Schaffhausischen, drunten im Tessin genau wie droben im Appenzellerland. Überall ist's 4 Uhr. Überall? Auf jeden Fall rings um uns im Lande. Wir dürfen sogar noch weiter gehen: Auch in Deutschland und ebenso in Italien hat man soeben 4 Stundenschläge vernommen. Falls wir uns aber zur Beobachtung statt nach Norden oder Süden ein gehöriges Stück in den Westen oder Osten begäben, würden sich erhebliche Zeitunterschiede zeigen.

Wenden wir uns dem Bilde oben zu! Es stellt unsere Weltkugel dar. So ist diese beleuchtet, wenn es bei uns 4 Uhr schlägt. Pfeile rings um die Kugel deuten an, dass es dann aber gleichzeitig «anderswo auf Erden» Morgen, Mittag, Abend oder Nacht sei. Während wir sozusagen auf der Vorderseite der Erde an der Sonne sitzen, sind alle Bewohner der anderen Erdhälfte in Dunkel gehüllt.

Es kann darum unmöglich überall gleichzeitig 4 Uhr sein. Wenn wir auf einer Blitzreise von West nach Ost eine Anzahl Uhren zusammenraffen könnten, erhielten wir eine sonderbare Sammlung.

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Welche dieser Uhren geht richtig? Alle zeigen richtige Ortszeit!

Kehren wir nun zu unserem ersten Bild zurück! Ein breiter Pfeil deutet dort an, dass sich die Erdkugel beständig dreht. Unser Land, das durch ein Schweizerkreuz auf dieser angedeutet ist, nähert sich darum bald dem abendlichen Schattenrand. Es wird dann für Stunden im Dunkel verbleiben. Dafür werden andere Länder, die bisher im Schatten lagen, ans Licht kommen.

Innert 24 Stunden dreht sich die Erdkugel bekanntlich einmal um sich selbst. Sie verändert somit ihre Lage dauernd, im Laufe einer Stunde um 1/24 des Erdumfangs. Der Amerikaner Sandfort Fleming hat im Jahre 1883 vorgeschlagen, man solle sich (zur Vereinfachung der Tageszeit-Berechnung) die Erdoberfläche in 24 gleiche Streifen (von Pol zu Pol reichend) zerlegt denken. Für jeden Streifen gelte dann eine bestimmte Tagesstunde; d. h. er unterscheide sich vom Nachbarstreifen stets um eine volle Stunde.

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Nennen wir diese Streifen Zeitzonen. Auf unserer Skizze liegen drei derartige Zonen nebeneinander. Wenn die Uhr allen Bewohnern der mittleren (der grauen) Zone 4 Uhr zeigt, ist es bei den Nachbarn links (westlich) erst 3 Uhr, bei den Nachbarn rechts (östlich) dagegen bereits 5 Uhr. Die meisten Länder der Erde haben sich dieser vorgeschlagenen Zonen-Zeitberechnung im Laufe der Jahre angeschlossen.

Aus der Reihe jener, die sich eine eigene Zeit-Berechnung gewählt haben, wollen wir als Beispiel Indien nennen. Dort richtet man die Uhren im ganzen Reiche gleich, obschon es sich über mehrere Zonen erstreckt, und zudem so, dass seine Zeit genau zwischen zwei Zonenzeiten liegt. Mehrere Länder haben sich eine sogenannte Sommerzeit zugelegt, sie rücken ihre Uhren für die Zeit von April bis Oktober jeweils um eine Stunde vor.

Unsere grosse, bunte Weltkarte des Modellbogens zeigt alle 24 Zonen als senkrechte Bänder nebeneinander. Wenn wir jedem Feld, das zwischen braunroten Trennlinien liegt, eine bestimmte Tagesstunde zuordnen, haben zwischen der blauen Linie links und der blauen Linie rechts aussen sämtliche 24 Tagesstunden Platz. Diese blaue Linie (sie wurde absichtlich an beiden Kartenrändern eingetragen) nennt sich Datumgrenze. Wer sie von West nach Ost überschreitet, darf dasselbe Datum 2 Tage nacheinander setzen; wer aber von Ost nach West fahrend die Datumlinie passiert, muss dagegen einen vollen Tag im Kalender überschlagen.

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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