swiss-schere300.jpg      titel-aue2.jpg       Logo-PV.jpg

Suche:
Infobox 1

Fokker F-Vlla-HB-LBO.JPG


 Bastelanleitung 
bastelanleitung.jpg
 5042.jpg 
 Hauser + Dörfer 

331_300.jpg
 Flugzeuge

3162.jpg
 Schiffe

3092.jpg
 Autos -Bus - Truck

311_150.jpg
 Eisenbahnen

3032.jpg
 Bahnhof - Geleise ect.

2102.jpg
 Advent - Weihnachten

103.jpg
 Märchen - Geschichten

151.jpg
 Zoo 1 - 6

161.gif
 Memo 1 - 4

181.gif
 Indianer  1 - 2

173.jpg
 Maskeraden 1 - 3
Sie befinden sich in:
425 - Römischer Wachtturm

425 - Römischer Wachtturm

  • Bestellnummer: 425
  • Autor: Hansruedi Obi
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d, f
  • Massstab: ca. 1:100

Nach der denkwürdigen Schlacht bei Bibracte, als die nach Süden ziehenden Helvetier von den Heeren Julius Cäsars geschlagen wurden, herrschten die Römer für ungefähr 450 Jahre in unserem Land. Der Rhein bildete vorerst eine gute Grenze gegen die Germanen im heutigen Deutschland. Bald aber drangen die römischen Soldaten weiter nach Norden vor und eroberten schliesslich Süddeutschland und ganz Westeuropa (linkes Rheinufer) sowie England bis hinauf nach Schottland.

Aber die wilden Germanen in Norddeutschland drangen immer wieder in das römisch besetzte Gebiet ein. Sie plünderten und zerstörten die überfallenen Städte und Dörfer. Der römische Kaiser Valentinian I. befestigte deshalb die Rheingrenze mit Kastellen in Basel, Kaiseraugst, Zurzach, Irgenhausen, Winterthur, Stein am Rhein, Arbon, Pfyn und Schaan. Zwischen Basel und dem Bodensee wurde dem Rhein entlang eine ununterbrochene Kette von etwa 50 Wachttürmen errichtet. Dies waren keine Befestigungen, sondern Beobachtungs- und Kontrolltürme. Sie standen alle nahe am Fluss, auf dem erhöhten Südufer.

Von ihnen aus konnte man den ganzen Rhein überblicken und jedes Boot erkennen, das den Fluss überqueren wollte. Die ganze Uferböschung war gerodet. Von jedem Turm aus sah man aber auch links und rechts den nächsten Wachtturm. Die Soldaten hatten ein gut arbeitendes Alarmsystem: Neben jedem Turm stand ein grosser Strohhaufen bereit, der bei Gefahr angezündet wurde. Die dabei entstehenden grossen Rauchwolken warnten auf grosse Entfernung die Mannschaften der anderen Türme. Nachts, wenn man in der Dunkelheit den Rauch nicht sehen konnte, entzündeten die Bewacher eine Pechfackel, die ein helles Feuer gab. Diese Fackel war, ständig bereit, auf dem Balkon des Turmes befestigt. Oft waren die Türme mit einem Palisadenzaun aus eingerammten, oben zugespitzten Baumstämmen umgeben.

Das grosse Römische Reich, das einst das ganze Mittelmeer von Portugal bis und mit der Türkei sowie Süd- und Westeuropa umfasste, zerfiel aber langsam immer mehr. Schliesslich zogen sich die römischen Legionen auch aus dem Gebiet der heutigen Schweiz zurück. Die Alemannen drangen über den Rhein südwärts in unser Land ein und besiedelten es.

Die römischen Wachttürme blieben leer und zerfielen mehr und mehr. Oft wurden sie auch als Steinbruch für den Bau neuer Häuser benutzt. Viele Türme verschwanden mit der Zeit ganz. Von anderen sind, im Boden versteckt, nur noch Mauerreste gefunden worden. Einige hat man ausgegraben und restauriert. Diese Ruinen kann man heute noch sehen und ist jeweils erstaunt über die starken, guten Mauern.

Einen solchen Wachtturm in seiner ursprünglichen Form hast du nun als Modell vor dir liegen. Wenn du ihn sorgfältig zusammenbaust, kannst du dir vorstellen, wie dieser vor fast zweitausend Jahren ausgesehen hat.

Auf Lager
Sofort lieferbar
Einzelpreis 4.50 SFr
back.jpg                                                                                                      Preis enthält MwSt zzgl. Versandkosten
Menge:
Sie befinden sich in:
425 - Römischer Wachtturm
Warenkorbübersicht
Im Warenkorb befinden sich keine Produkte.
 303011 - Rob Ives - Ruminations.gif
  Rob Ives
Infobox 2
WR013 - Gegen den Wind - Papiermechanik.gif
 Walter Ruffler

 
Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
  • Zurück      Nach Oben