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404 - Kloster

404 - Kloster

  • Bestellnummer: 404
  • Autor: Heinrich Pfenninger
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Massstab:

Möchtest du mich auf einem Gang durch unser Kloster begleiten? Es wird allerlei zu sehen geben. Jetzt stehen wir vor der mächtigen Hauptfront (Fassade) der Klosterkirche. Ihr vorgelagert ist eine breite Steintreppe, eine Freitreppe. Diese soll uns gleichsam aus dem Alltag hinausheben. Wie kunstvoll doch die Bauleute den Kircheneingang gestaltet haben! Das Hauptportal tritt etwas vor und ist mit Steinfiguren (Statuen) geziert. Es wird aber nur an kirchlichen Feiertagen und Festen geöffnet; uns dienen heute die beiden kleinen Nebenpforten. Durch sie gelangen wir in den grossen Kirchenraum (Langhaus oder Hauptschiff). Links und rechts begleiten diese Halle zwei niedrigere, schmalere Seitenschiffe, die gegen den Hauptraum hin offen sind. Weiter vorn erweitert sich der Kirchenraum nach rechts in ein Querschiff, das fast so hoch ist wie das Hauptschiff selber. Den Abschluss der Kirche endlich bildet ein dreiwandiges Chor, das mit mächtigen hohen Fenstern geschmückt ist. Alle diese Räume dienen dem Gottesdienst. Vielfach erhebt sich die Kirche eines Klosters über dem Grabe oder über der Zelle eines frommen Einsiedlers, der so als Klostergründer oder als Schutzpatron geehrt wurde. Steht nicht das Kloster Einsiedeln dort, wo einst der Waldbruder Meinrad gelebt hat? Wurde nicht das Kloster St. Gallen über dem Grabe des Glaubensboten Gallus errichtet?

An unserer Klosterkirche schliesst sich rechts vorn, in einer Ecke zwischen Chor und Querschiff, die Sakristei an. In diesem kleinen Gebäude liegen die Klosterschätze. Sorgfältig werden da Kelche, Reliquien, gestickte Kirchengewänder und Kirchenfahnen verwahrt. - Hast du beachtet, dass sich draussen, rechts neben der Kirche, ein hoher Glockenturm erhebt? Er besitzt übrigens noch einen kleineren Bruder, den zierlichen Dachreiter, der keck auf dem First des Langhauses sitzt.

Treten wir nun aus der Kirche hinüber in den Kreuzgang! Dieser, eine gedeckte Wandelhalle, umschliesst einen offenen, quadratischen Hof. Im Kreuzgang pflegen sich die Klosterbrüder in ihrer Freizeit spazierend zu erholen. Freilich werden sie dabei selten auf frohe Gedanken kommen. Dient doch dieser Kreuzgang ausserdem als Begräbnisstätte für verstorbene Mönche. Fast jede Steinplatte des Gangbodens trägt Namen und Jahreszahlen, um an jene zu erinnern, die darunter liegen.

Das grösste Gebäude, das sich ausser der Kirche an den Kreuzgang anschliesst, enthält die Wohnräume für die Klosterinsassen, die Mönche (Klosterbrüder) und ihren Vorsteher, den Abt. Während man diesem manchmal beinahe fürstlich ausgestattete Räume hergerichtet hat, müssen sich die Mönche mit kleinen schlichten Zellen begnügen. Eine solche ist vielfach ihr Schlaf- und zugleich Arbeitsgemach. Die Möblierung dieser Zellen ist ausserordentlich schlicht gehalten. Nichts soll den Gottesdiener von seiner vornehmsten Pflicht ablenken.

An eine andere Ecke des Kreuzganges angelehnt ist die Herberge. Auch sie ist, wie das Haus der Klosterinsassen, mit einemTreppengiebel geschmückt. Diese Herberge ist ein Rasthaus für Pilger. Gottesfürchtige Leute pflegen von weither zu kommen, um in der Klosterkirche zu beten. In der Herberge finden sie jederzeit Verpflegung und Unterkunft. Dabei betreten sie keineswegs den innern Klosterbezirk; die Herberge ist nämlich von aussen her zugänglich.

Wenn wir die ganze Klosteranlage einmal umschreiten würden, fiele uns überhaupt auf, dass sich das Kloster deutlich von der Umwelt abgeschlossen hat. Ein Mauergürtel, in dem nur schmale Fensterschlitze ausgespart worden sind, umschliesst jenen Klosterteil, in dem die Mönche leben. Ein einziger grosser Zugang zum Klosterhof, die Klosterpforte, ist durch einen Torturm gesichert. Dieser enthält übrigens ein besonderes Wächterstübchen. Nur ein kleiner Schuppen und eine niedere Werkstatt eines Dienstmannes liegen ausserhalb des Klostergevierts und würden in schlimmen Zeiten wohl abgetragen oder aufgegeben. Früher ist es tatsächlich wiederholt vorgekommen, dass die frommen Brüder zum Schutze ihres Klosters antreten mussten. Leider vermochten sie nicht jedesmal dem Anstürmen der Belagerer zu trotzen. Dann fiel das Kloster der gänzlichen oder mindestens teilweisen Vernichtung anheim. In den nachfolgenden Jahren des Friedens wurden dann die Spuren des Krieges in mühevoller Aufbauarbeit wieder getilgt.

Mitunter hatte sich aber die Bauart landauf und -ab geändert. Darum kann man heute an Klosterbauten vielfach mehrere Bauzeiten deutlich wahrnehmen. Bei unserem Kloster stammen das Querschiff, die Sakristei, der Turm und der Kreuzgang aus einer älteren Bauzeit, sie sind in romanischem Stil aufgeführt (alle Fenster mit Rundbogen, Reihen von Rundbogen als Verzierungen auf den Mauern). Die übrigen Klosterteile dagegen, darunter das Hauptschiff mit den Seitenschiffen und dem Chor, stammen offenbar aus einer späteren Zeit (Epoche) und sind gotisch gebaut (spitze Kirchenfenster und Türen, steilere Giebel, Treppengiebel).

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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