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409 - Wasserkirche und Helmhaus Zürich

409 - Wasserkirche und Helmhaus Zürich

  • Bestellnummer: 409
  • Autor: Heinrich Pfenninger
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Massstab:

Wer in Zürich vom Bellevueplatz weg die Limmat an ihrem rechten Ufer begleitet, kommt bald zu den beiden Gebäuden, die unser Modellbogen zeigt. Die beiden Bauten sind rechtwinklig zusammengefügt. Die Wasserkirche steht in Flussrichtung, das Helmhaus hingegen quer dazu. Hören wir nun, was die Geschichte über diese Bauwerke zu berichten weiss!

Die Wasserkirche stand ursprünglich auf einer Limmatinsel. Man erreichte sie trotzdem trockenen Fusses, nämlich vom nahen rechten Limmatufer über ein Brücklein. Später hat man die Insel durch einen längeren Steg auch mit dem andern Flussufer verbunden.

Eine Sage meldet, dass auf diesem Eiland vor ungefähr 1600 Jahren drei fremde Glaubensboten auf Befehl des damaligen römischen Statthalters Decius enthauptet worden seien. Sie sollen Felix, Regula und Exuperantius geheissen haben. Christen hätten später über der Richtstätte zu ihrem Andenken eine Kapelle errichtet. Ums Jahr 1000 herum muss diese durch eine grössere Kirche ersetzt worden sein. Dieses Gotteshaus versah dann seinen Dienst einige Jahrhunderte lang, wurde aber schliesslich baufällig.

In den Jahren 1479-1488 liess der damalige Zürcher Bürgermeister Hans Waldmann die heutige Wasserkirche bauen. Er beauftragte den Meister Hans Felder. Sein Werk diente den Gläubigen bis zur Zeit der Reformation. Dann hat man den Kirchenraum zum städtischen Bibliotheksaal umgebaut. Später diente er sogar während Jahrzehnten einer Firma zu Lagerzwecken. Erst in den Jahren 1940-1942 wurde die Wasserkirche wieder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt. Das ganze Gebäude ist mustergültig renoviert worden. Gleichzeitig hat man die drei vordersten grossen Fenster mit farbenprächtigen Glasgemälden von Augusto Giacometti geschmückt.

Ältere Berichte melden, dass seinerzeit nahe jener Platte, auf der die drei Glaubensboten ihr Leben verloren, eine heilkräftige Quelle hervorgebrochen sei. Anlässlich der Erneuerung der Kirche hat man diesen Wasserlauf zwischen den Fundamenten zwar gesucht, aber keine Spur mehr von ihm gefunden. Die Quelle muss demnach längst versiegt sein.

Über der Eingangstüre zur Wasserkirche wurde schon sehr früh ein schirmendes Vordach errichtet, ein schützender «Helm», wie man damals sagte. Später wurde er durch einen hölzernen Anbau ergänzt. Das entstandene Gebäude hiess fortan Helmhaus. In seiner offenen Halle soll bis zur Reformationszeit jeweils Gericht abgehalten worden sein. Später fand in der gleichen Halle jeden Freitag der städtische Tuchmarkt statt. Zürichs Frauen konnten sich hier mit Garn, Flachs oder Tüchern eindecken.

Das heutige Helmhaus stammt aus dem Jahre 1791. Die Münsterbrücke, die man 1838 erbaut hat und die den früheren hölzernen Steg ersetzen musste, führt nun nicht mehr wie vordem in die Halle des Helmhauses hinein, sondern dicht an diesem vorbei. Seit 1943 befindet sich im Helmhaus das baugeschichtliche Museum der Stadt Zürich. Die unteren Geschosse des Hauses dienen wechselnden Ausstellungen verschiedenster Art.

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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