swiss-schere300.jpg      titel-aue2.jpg       Logo-PV.jpg

Suche:
Infobox 1

Fokker F-Vlla-HB-LBO.JPG


 Bastelanleitung 
bastelanleitung.jpg
 5042.jpg 
 Hauser + Dörfer 

331_300.jpg
 Flugzeuge

3162.jpg
 Schiffe

3092.jpg
 Autos -Bus - Truck

311_150.jpg
 Eisenbahnen

3032.jpg
 Bahnhof - Geleise ect.

2102.jpg
 Advent - Weihnachten

103.jpg
 Märchen - Geschichten

151.jpg
 Zoo 1 - 6

161.gif
 Memo 1 - 4

181.gif
 Indianer  1 - 2

173.jpg
 Maskeraden 1 - 3
Sie befinden sich in:
419 - Rathaus Sursee

419 - Rathaus Sursee

  • Bestellnummer: 419
  • Autor: Ueli Steffen
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Massstab:

Es gibt viele schöne und berühmte Rathäuser in der Schweiz. Bekannt sind namentlich die imposanten Rathäuser der grossen Städte Basel, Bern, Genf, Luzern und Zürich, um nur einige Beispiele zu nennen. Interessant ist aber, dass auch kleinere Landstädtchen, wie hierzum Beispiel Sursee, solche eindrückliche Bauten aufweisen.

Rathäuser sind wie Markthallen, Gerichtshäuser, Zeughäuser, Schulhäuser, Waisenhäuser etc. Gemeinschaftsbauten, also Gebäude, die von den Bürgern für irgendeinen öffentlichen Zweck erstellt wurden. Oftmals versuchte man, «mehrere Fliegen auf einen Schlag zu treffen», indem man eigentliche Mehrzweckgebäude errichtete. Viele Rathäuser, auch das von Sursee, dienten nicht nur zum Abhalten der Ratsversammlungen. Man hielt in ihnen Gerichtssitzungen ab, man wog, lagerte und verkaufte Waren, man sperrte Übeltäter ein.

In den Rathäusern fand das Selbstbewusstsein der stolzen Bürger seinen schönsten Ausdruck. Man wollte aller Welt das Zusammengehörigkeitsgefühl und die gemeinschaftliche Stärke zeigen. Deshalb sind viele Rathäuser besonders aufwendig gebaut, teilweise geradezu prunkvoll; oft beherrschen sie das ganze Stadtbild.

Das Rathaus Sursee, eines der schönsten Rathäuser in der Schweiz, wurde in den Jahren 1539 bis 1546 erbaut. Damals hatte das Städtchen ganze achthundert Einwohner! Daran kann man ermessen, was ein solch grosses Bauwerk für jeden einzelnen Bürger bedeutet haben muss, vor allem auch, als die Rechnung bezahlt werden musste. Besonders reizvoll an unserem Rathaus sind die zwei ungleichen Türme, dann auch die malerischen Treppengiebel und die Staffelfenster. Der Bau weist keine Schauseite oder Prunkfassade auf; alle vier Seiten sind gleichwertig. Etwas ganz Besonderes ist der Pranger am nordöstlichen Eckpfeiler. Hier wurden früher (bis ins 18. Jahrhundert hinein!) die Bösewichte ausgestellt und dem Spott der Mitbürger preisgegeben. Dieser Pranger ist der einzige, der in der Schweiz noch erhalten ist.

Das Rathaus ist in den Jahren 1971 bis 1975 sorgfältig und mit grossem Aufwand restauriert worden. Dabei wurde das Innere zum Teil den modernen Bedürfnissen behutsam angepasst. Innen wie aussen ist es wiederauferstanden in alter Pracht, und der heutige Betrachter ist tief beeindruckt von der Wucht und Schönheit dieses Gebäudes.

Auf Lager
Sofort lieferbar
Einzelpreis 4.50 SFr
back.jpg                                                                                                      Preis enthält MwSt zzgl. Versandkosten
Menge:
Sie befinden sich in:
419 - Rathaus Sursee
Warenkorbübersicht
Im Warenkorb befinden sich keine Produkte.
 303011 - Rob Ives - Ruminations.gif
  Rob Ives
Infobox 2
WR013 - Gegen den Wind - Papiermechanik.gif
 Walter Ruffler

 
Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
  • Zurück      Nach Oben