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502 - Walliser Stadel

502 - Walliser Stadel

  • Bestellnummer: 502
  • Autor: Heinrich Pfenninger
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 2
  • Sprache: d
  • Massstab: 1:80

Das Wallis, ein Bergkanton, liegt im Südwesten unseres Landes. Es erstreckt sich vom Gotthardmassiv bis hinab zum Genfersee. Die gleiche Distanz legt auch sein Hauptfluss, die Rhone, zurück, die das ganze Wallis der Länge nach in einer mächtigen Talfurche durchzieht.

An den Hängen dieses Haupttales und in den vielen, langen Seitentälern wohnen und werken die Walliser Bergbauern. Sie haben kein leichtes Leben, ringen sie doch ihr hartes Brot einem steilen, felsdurchsetzten Boden ab. Diese Bergler säen ihren Roggen in kleinste Äckerlein und hoffen zuversichtlich, die Kraft der Bergsonne werde die Saat hochgehen und die Ähren ausreifen lassen. Der beträchtlichen Höhe über Meer wegen dürfte sich zwar die Reifezeit bis in den September hinauszögern. Dann schneidet der Bergler die golden gewordenen Halme mit der Sichel. Die gesammelten Garben schlägt er in Tücher und trägt sie auf der Schulter zum Stadel.

Wir begreifen, dass der Walliser dem so mühevoll gewonnenen Korn grösste Sorge trägt. Gerade ihr verdanken denn auch die Stadel, als Speicher der Ernte, die besondere, einzigartige Form. - Wie sieht er denn aus, unser Stadel?

Über einem gemauerten, mannshohen Untergeschoss, das nicht selten als Kleintierstall dient, thronen aufeinandergestellt zwei sonnengebräunte Kammern aus Lärchenholz. Sie sind die Speicherräume. Zwischen ihnen und dem steinernen Unterbau aber steckt das Seltsame. Hier sind vier oder sechs starke Stützen eingefügt. Jede trägt, wie eine Kappe, eine radgrosse kreisrunde Gneisplatte.

Diese saubere Trennung von Unterbau und Garbenräumen soll verhindern, dass gefrässige Mäuse zu unerwünschten Korndieben werden. Zwar vermöchten die kleinen Nager den Unterbau zu erklettern, ja sogar die Stützenseiten zu erklimmen. Aber die quer aufliegende Gneisplatte bildet für die Graupelze schliesslich doch ein unüberwindliches Hindernis. Soll diese bauliche Sicherung wirklich spielen, dann muss der Kornträger freilich einen etwas mühsamen Zugang zu den Speicherkammern in Kauf nehmen. Er stellt jeweils (nur vorübergehend!) eine Leiter an, die ihn zu den Verwahrkammern aufsteigen lässt. Sobald das Eintragen aber besorgt ist, wird die Leiter alsbald weggeschafft.

Das Dach unseres Stadels ist mit Steinplatten belegt. Genau so, wie sich der Walliser das Lärchenholz für die Kornkammern im Bergwald holt, wie er die Brocken für den Unterbau von der nächsten Rüfe herbeischleppt, bricht er sich am Steilhang aus schiefrigem Fels sein Dachmaterial selbst. Er ist in allen Teilen ein Selbstversorger, der Walliser. Dass er überdies ein geschickter Handwerker ist, beweist er uns mit seinen Stadeln deutlich.

Adolf Fux, der Walliser Dichter, schreibt über die Stadel: «Man trifft ihrer viele im Wallis. Sie stehen mitten in den Dörfern, stehen aber auch vereinsamt irgendwo am Hang, am Abgrund, auf einem Steinhaufen am Rande guten Grundes und werfen ihre Schlagschatten weit über die zerstückelten Äckerlein, auf denen die Frucht nicht tonnenweise geerntet werden kann.»

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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