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414 - Schloss Kyburg

414 - Schloss Kyburg

  • Bestellnummer: 414
  • Autor: Heinrich Pfenninger
  • Schwierigkeitsgrad: ab 9 J.
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d, f
  • Massstab: 1:200

Unweit der Stadt Winterthur, von dieser allerdings durch grosse Waldungen getrennt, steht die Kyburg. Ein Wanderer, der sich ihr nähert, mag sich fragen, was wohl ihre Erbauer bewogen habe, die Feste so nebenaus zu stellen, weit von jeder grossen Verkehrsstrasse. Er wird aber zugeben, dass die Gründer hier einen von der Natur geschaffenen günstigen Bauplatz gefunden haben. Die Kyburg steht nämlich auf dem Vorsprung einer Hochebene. Die Spitze des Sporns, auf dem sie steht, fällt rund 150 m steil gegen die Töss ab. Beidseitig des Vorsprungs hat das Wasser zudem tiefe Schluchten ausgespült. Wie leicht war es da, den einzig möglichen Zugang zur Burgstelle durch einen Trockengraben abzuriegeln.

Wir wissen nicht, wer den ersten Stein zur Kyburg gelegt hat. Vermutlich hat der von der Natur derart geschützte Platz bereits im ersten Jahrtausend den Bewohnern der Gegend als sogenannte Fliehburg gedient. Hieher floh man mit seiner Habe, wenn wandernde Raubvölker das Flachland überschwemmten.

Während mindestens 400 Jahren wohnten adelige Herren, Grafen und Ritter auf der Kyburg. Die Kyburger, die zwei goldene Löwen in ihrem Wappen führten, wussten ihren Besitz rasch zu mehren. Als sie seinerzeit über den nördlichen Teil des heutigen Kantons Zürich und über den ganzen Thurgau regierten, galten sie als mächtige Herren. Aber auch ihr glückhafter Stern erlosch. Im Jahre 1424 gelang es der Stadt Zürich, diesen Herrensitz samt den zugehörigen Ländereien durch Kauf an sich zu ziehen. Von 1425 bis 1798 regierten nun im Namen des Rates von Zürich nacheinander nicht weniger als 63 Landvögte auf der Kyburg. Dann blies die Franzosenzeit jeder Untertanenherrschaft das Licht aus.

Aber auch die frei gewordene Landschaft musste verwaltet sein. Von 1818 bis 1831 diente nun die Kyburg als Sitz einem zürcherischen Oberamtmann. Nachdem dieser aber 1831 seine Amtsstelle ins flachere Land nach Pfäffikon verlegte, wurde es stiller in der Burg. Sie wurde verkauft und wechselte fortan von Zeit zu Zeit ihren Eigentümer. Ein Winterthurer Kaffeehausbesitzer veräusserte sie an einen polnischen Grafen, dieser einem Obersten aus Winterthur, und dann gelangte sie endlich unter die Obhut eines reichen Auslandschweizers, der sie bereits zum Museum umzugestalten begann.

Nach seinem Tode, im Jahre 1917, wurde die Kyburg mit Hilfe der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Städte Zürich und Winterthur vom Kanton Zürich erworben. Der Kyburgersitz sollte fortan jedermann zugänglich werden. Noch musste allerdings die ganze Anlage gründlich renoviert werden. Diese Instandstellung wurde durch den Kanton 1925 in Angriff genommen. Zugleich wurden die Räume mit einer reichen Sammlung geschichtlicher Gegenstände ausgeschmückt. Das Landesmuseum und das Staatsarchiv halfen mit wertvollen Leihgaben, das zukünftige Museum zu bereichern.

Heute ist die Kyburg das Ziel ungezählter Gäste. Sie finden ein offenes Burgtor, durchschreiten den äusseren Zwinger und gelangen durch ein zweites Tor in einen mächtigen Hof. Hier haben sich wohl einst zu Zeiten die Zinsleute der Kyburger geschart. Es muss ein buntes Bild gewesen sein, wenn sie jeweils ihre Abgaben an Weizen, Hafer, Roggen, Gemüse, an Eiern und Wachs, an Hanf und Flachs, an selbstgewobenem Zeug, aber auch an Schweinen und Hühnern brachten. Man durchwandert dann das Herrenhaus und besieht sich die Wohngemächer, die vordem der gnädige Herr Landvogt bewohnt hat. Dann wechselt man durch einen gedeckten Wehrgang hinüber zum Ritterhaus.

Man betritt die wohlerhaltene Gerichtsstube, in der einst manch ein Sünder gehörig verknurrt worden ist. Ein zweiter Wehrgang, «schwarzer Gang» genannt, führt dann hinüber zum hintern Turm. Mit etwelchem Unbehagen betritt man dort jene Folterkammer, in der Schergen nicht selten mit unmenschlicher Strenge versucht haben, Angeklagte zum Geständnis zu bringen. Besuchen wir aber endlich auch die kleine Schlosskapelle nebenan. Dort werden uns kunstvolle Fresken daran erinnern, dass schon vor Zeiten kunstfreudige Besitzer ihre Räume sinnvoll ausschmücken liessen. Treten wir dann wieder in den Burghof hinaus. Jetzt erhebt sich vor uns der mächtige Wehrturm, der Bergfried. Er mag der älteste Teil der Feste sein und könnte uns darum gewiss am meisten erzählen über das, was alles sich hier schon ereignet hat.

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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