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00657 - Römischer Wachturm

00657 - Römischer Wachturm

  • Bestellnummer: 00657
  • Autor: 
  • Selbstständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Schwierigkeitsgrad: 1
  • Anzahl Bogen:  1.5
  • Massstab: 1 : 87
  • Länge  08 cm
  • Breite  08 cm
  • Höhe    13 cm

 
Römischer Wachturm - Geschichte
 
Die römischen Legionen hatten seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. in den Randprovinzen feste Truppenstandorte, um die Grenzen des Römischen Reichs zu schützen. Mehr als die Hälfte der etwa 30 Legionen war von der Rhein- bis zur Donaumündung an der Nordgrenze des Reichs stationiert. Der Grenzabschnitt zwischen Rheinbrohl (Raum Koblenz-Bonn) und Kelheim an der Donau galt als besonders gefährdet. Deshalb sicherte von 85 n. Chr. an eine Befestigungsanlage, der sogenannte Limes, diesen Abschnitt. Die älteren Teile des Limes bestanden aus einem Palisadenzaun, einem Graben und einem Wall. An anderen Stellen bildete eine fast 3 m hohe und 1 m dicke Mauer die Grenze. Entlang dem 548 km langen „Obergermanisch-rätischen Limes“ wurde eine Menge von Beobachtungsposten gebaut. Die älteren Holztürme wurden in der Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. von steinernen Wachtürmen abgelöst. Die Ruinen ihrer Fundamente sind häufig noch erhalten und können besichtigt werden. Diese Ausgrabungen und die Reliefs an der Trajansäule in Rom erlauben heute eine annähernd originalgetreue Rekonstruktion der steinernen Kastelle. Ein Beispiel eines rekonstruierten Limes-Wachturms ist in der Saalburg bei Frankfurt zu sehen. Die Turmplattform erreichte man über Leitern, die im Fall eines Angriffs schnell hochgezogen werden konnten. In der Nähe der Wachtürme bildeten sich im Lauf der Zeit Siedlungen. Viele Ortsnamen erinnern heute noch an ihren römischen Ursprung. Eine ähnliche Grenzbefestigung wie der Limes, der sogenannte Hadrianswall, entstand in Britannien, wo Kaiser Hadrian (117-138 n. Chr.) den Norden des Landes abriegeln ließ.
 
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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