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00645 - Luftschiff LZ 10 Schwaben

00645 - Luftschiff LZ 10 Schwaben

  • Bestellnummer: 00645
  • Autor: 
  • Selbstständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Schwierigkeitsgrad: 2
  • Anzahl Bogen:  4
  • Massstab: 1 : 200
  • Länge   67 cm
  • Breite   07 cm
  • Höhe     09 cm

 
Ein neues Luftschiff reiht sich in die Flotte der bereits vorhandenen Zeppelin-Modelle im Maßstab 1:200 ein. Dabei ist das Luftschiff LZ 10 Schwaben schon 1911 zum ersten Mal auf Fahrt gegangen. Innerhalb nur eines Jahres wurden auf 224 Fahrten 4.354 Passagiere auf 27.321 km befördert - eine großartige Leistung. LZ 10 ist typisch für ein Luftschiff aus der Frühzeit. Farbe und Leitwerk repräsentieren den Stand von 1911.
 
Luftschiff Schwaben - Geschichte
 
Es war eins der größten Luftschiffe seiner Zeit: LZ 10 „Schwaben“ war 132 m lang bei einem Durchmesser von 14 m. Drei Maybach-Motoren mit je 145 PS sorgten für eine Höchstgeschwindigkeit von 78 km/h.
      
LZ 10 „Schwaben“ war nicht nur eins der größten, sondern auch eins der erfolgreichsten Verkehrsmittel am Anfang des 20. Jahrhunderts. Am 26. Juni 1911 ging es zum ersten Mal auf Fahrt. Nachdem einige Verbesserungen vorgenommen worden waren, konnte LZ 10 am 20. Juli 1911 mit sechzehn Personen an Bord zum zweiten Mal starten. Die Landung war in Luzern vorgesehen. Der Pilot entschied sich jedoch anders: Er drehte über dem Landeplatz in Luzern nur einige Runden und fuhr unter anderem über Zürich und Winterthur zum Startplatz am Bodensee zurück. Unterwegs jubelten die Menschen, einige stiegen sogar auf die Hausdächer, um dem Luftschiff so nahe wie möglich sein.
 
Auf 224 Fahrten legte das Luftschiff LZ 10 „Schwaben“ eine Strecke von insgesamt 27.321 km zurück und beförderte 4354 Passagiere. Leider wurde das Luftschiff nur ein Jahr alt. Im Juni 1912 stieß es auf dem Weg nach Düsseldorf gegen eine Hallenwand und verbrannte.
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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