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R15 - Dornier Merkur 1 - D-1103

R15 - Dornier Merkur 1 - D-1103

  • Bestellnummer: R 13-14
  • Autoren: Harro Reimers
  • Schwierigkeitsgrad: 4
  • Selbständige Einzelteile: 2
  • Anzahl Bogen:      7
  • Anzahl Bauteile: 
  • Sprache: d
  • Massstab: ca. 1:50
 
 
Verkehrsflugzeug Dornier Merkur 1 - D-1103
 
R15 - Dornier Merkur 1 - D-1103-08.jpg
Im Jahr 1925 entstand aus der Komet-Baureihe bei Dornier im Wesentlichen durch Einbau des leistungsstarken Motors BMW VI mit 690 PS das Ganzmetall-Verkehrsflugzeug "Merkur l". Mit zwei Mann Besatzung wurden 6 bis 8 Personen befördert. Während die Besatzung noch im Freien saß, gab es für den Komfort der Passagiere außer den Korbsesseln ein WC mit Waschgelegenheit - damals durchaus nicht selbstverständlich - und einen Extraraum für Gepäck. Der stabile Aufbau des Flugzeugs in Verbindung mit dem starken Motor gewährten Sicherheit und so gute Leistungen, dass sieben Weltrekorde für Flüge mit 500 und 1000 kg Nutzlast errungen wurden. Hauptnutzer des Typs war die Deutsche Lufthansa mit über 35 Maschinen, es folgt die DERULUFT mit 22; auch in der Schweiz wurde die Merkur geflogen. Der schweizer Pilot Walter Mittelholzer erregte Aufsehen mit seinem gefahrvollen Flug von Zürich über den afrikanischen Kontinent bis Kapstadt, bei dem in 76 Tagen 15000 km zurück gelegt wurden. In Japan wurde die Merkur in Lizenz gebaut.

Heute existiert leider kein Original mehr, aber im Dornier Museum Friedrichshafen kann man einen Nachbau bewundern, der von der Firma Intavmuf in Ungarn hergestellt wurde. Der Außenanstrich erfolgte bei der Deutschen Lufthansa in Hamburg. Dieser Nachbau bildet die Vorlage für das vorliegende Kartonmodell. Aus dem Dornier Museum erhielt der Verfasser nicht nur die Anregung, das Modell zu entwickeln, sondern auch Unterstützung bei der Ausführung. Dafür möchte ich mich bedanken, auch bei der Fa. Intavmuf, die mir bereitwillig Fotos des Innenraums der Maschine zur Verfügung stellte.

Karl-Harro Reimers

 

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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