swiss-schere300.jpg      titel-aue2.jpg       Logo-PV.jpg

Suche:
Sie befinden sich in:
00731 - Tempel in Jerusalem

00731 - Tempel in Jerusalem

  • Bestellnummer: 00731
  • Autor:
  • Schwierigkeitsgrad: 1
  • Selbstständige Einzelteile: 1
  • Anzahl Bogen:  15.5
  • Sprache: d
  • Massstab: 1 : 400
  • Länge 55 cm
  • Breite 29 cm
  • Höhe   21 cm

 
Der Tempel in Jerusalem zur Zeit Jesu
 

Den ersten Tempel in Jerusalem hatte König Salomo gebaut. Ihn zerstörten die Babylonier, als sie Jerusalem eroberten und einen Teil der Bevölkerung nach Babylonien verschleppten. Nach ihrer Rückkehr in die Heimat erlaubten die nun herrschenden Perser den Wiederaufbau des Tempels. Dieser „zweite Tempel„ konnte 515 fertiggestellt werden. Er stand auf demselben Platz wie der Tempel Salomos. Jahrhunderte später baute König Herodes (73-4 v. Chr.) den Tempel um, verschönerte und vergrößerte die ganze Tempelanlage auf eine Fläche von 500 x 300 Metern. Gewaltige Erdmassen wurden aufgeschüttet. Die Vorhöfe wurden terrassenförmig angelegt, sodass das Tempelgebäude genau in der Mitte stand und noch erhabener wirkte. Nach einem Bericht des römischen Geschichtsschreibers Flavius Josephus war das Tempelgebäude 45-50 Meter lang und 54-60 Meter hoch. Er bezeichnete den Tempel in Jerusalem als „eines der großartigsten Bauwerke, von denen man je gehört hat„ (Flavius Josephus: Jüdische Altertümer).
An der Nordwestseite des Tempelgeländes befand sich die Burg Baris aus der Makkabäerzeit, die von Herodes ausgebaut und in „Burg Antonia„ umbenannt wurde. Von hier aus konnten die römischen Soldaten den Tempel überwachen (Die Bibel, Apostelgeschichte 21, 27-40). Der Haupteingang im Westen des Tempels führte in den Vorhof der Heiden, der ringsum von Säulengalerien umgeben war. Hier befanden sich auch die Hallen, in denen gelehrt und Handel betrieben wurde. Mitten im Vorhof der Heiden befand sich der eigentliche Tempelbezirk, den das Modell wiedergibt. Dieser war etwas höher gelegen und durch neun Tore zugänglich. Das prächtigste Tor wurde „Schöne Pforte„ genannt. Den Tempelbezirk durften nur Juden betreten. Allen Andersgläubigen war der Zutritt zum Tempelbezirk bei Todesstrafe verboten. Darüber wird in der Bibel zum Beispiel in der Apostelgeschichte berichtet. Bei Ausgrabungen wurden Steine mit Inschriften gefunden, die auf die Todesstrafe hinwiesen.
Der eigentliche Tempelbezirk gliederte sich in drei weitere Vorhöfe. Der erste Vorhof war für die Frauen zugänglich. Der angrenzende Vorhof der Israeliten war den Männern vorbehalten. Den dritten Vorhof durften nur die Priester betreten. In diesem Vorhof der Priester wurden auf einem neun Meter langen Brandopferaltar geschlachtete Rinder, Ziegen, Schafe und Tauben verbrannt. Daneben standen sechs Kesselwagen mit Wasser zum Säubern des Opferfleischs und ein großes Wasserbecken aus Bronze, 4,50 Meter im Durchmesser, mit 75.000 Liter Fassungsvermögen, das von zwölf Rinderfiguren aus Bronze getragen wurde.
Den Tempel durften nur Priester betreten. Durch den offenen Eingang kamen sie in die Priestervorhalle und durch eine große Tür ins Heilige. Dort standen der große siebenarmige Leuchter aus Gold und der Schaubrottisch, auf dem jede Woche am Sabbat, dem Feiertag der Juden, zweimal sechs Brote aufeinandergelegt wurden. Auf dem Räucheraltar verbrannte ein Priester morgens und abends stark duftende Kräuter. Vom Heiligen durch einen Vorhang abgetrennt war das Allerheiligste. Nur der Hohepriester durfte einmal im Jahr am Versöhnungstag (Jom Kippur) in diesen Raum. Das Allerheiligste war völlig dunkel und leer. Hier hätte die Bundeslade stehen sollen, in der die Steintafeln mit den zehn Geboten lagen. Die Bundeslade war jedoch verschwunden, seit der Tempel Salomos im Jahr 586 v. Chr. zerstört war. Das Allerheiligste galt als der Ort, an dem Gott unter seinem Volk war. Der Vorhang stand als Symbol für die Trennung zwischen Gott und den Menschen. Laut der Bibel (Matthäus 27, 51) zerriss der Vorhang, als Jesus am Kreuz starb. Nach christlichem Glauben ist das Zerreißen des Vorhangs ein Zeichen für die Aufhebung dieser Trennung.
Der weiße Tempel war reich mit Gold und kostbaren Steinen verziert. Die Bibel berichtet im Neuen Testament, wie Jesus von seinen Jüngern auf die Schönheit des Gebäudes hingewiesen wurde. Daraufhin prophezeite er, dass von diesem Gebäude kein Stein auf dem anderen bleiben würde. Tatsächlich wurde der Tempel im Jahr 70 n. Chr. durch die Römer zerstört. Die Schätze im Tempel einschließlich des siebenarmigen Leuchters nahmen sie mit nach Rom. Die Tempelfundamente blieben an der Westseite erhalten. Sie bilden die sogenannte Klagemauer, an der die frommen Juden zu Gott beten und bis heute über ihren zerstörten Tempel klagen. Heute befinden sich auf dem Tempelberg zwei Heiligtümer der Muslime: der Felsendom mit seiner weithin sichtbaren goldenen Kuppel und die Al-Aqsa-Moschee.


Nicht auf Lager
ca. 14 Tage
Einzelpreis 34.00 SFr
back.jpg                                                                                                      Preis enthält MwSt zzgl. Versandkosten
Menge:
Sie befinden sich in:
00731 - Tempel in Jerusalem
Warenkorbübersicht
Im Warenkorb befinden sich keine Produkte.
 303011 - Rob Ives - Ruminations.gif
  Rob Ives
Infobox 2
WR013 - Gegen den Wind - Papiermechanik.gif
 Walter Ruffler

 
Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
  • Zurück      Nach Oben